Die Sicherheit einer geschlossenen Fahrgastzelle

von Thilo Reffert

Regie: Stefan Kanis
Komposition: Cornelia Friederike Müller
Produktion: MDR 2009
Länge: 57'

"Ein stabiles und absolut wetterfestes Stahlschiebedach empfehlen wir solchen Kunden, die neben den Annehmlichkeiten, die ein Cabriolet bietet, die Sicherheit einer geschlossenen Fahrgastzelle nicht missen möchten." Das Auto, das dieserart angepriesen wurde, brauchte eigentlich keine Reklame, denn es war in der geschlossenen Gesellschaft der Fahrgastzelle DDR ebenso hoch begehrt wie lang erwartet: der Wartburg 353. Und es war eben dieses Symbol der Mangelgesellschaft, das in den Abendstunden des 9. November 1989 dabei behilflich war, Geschichte zu schreiben. Nachdem Annemarie Reffert und ihre damals 15-jährige Tochter die Meldung des Tages erfahren hatten: "dass von sofort an DDR-Bürger direkt über alle Grenzübergänge zwischen der DDR und der BRD ausreisen dürfen" - stiegen sie in ihren Wartburg und fuhren zur Autobahn-Grenzübergangsstelle MarienbornHelmstedt. Nicht mit von der Partie war Refferts Sohn Thilo. Er steckte in der Kaserne, wusste von nichts. Ganz abfinden damit kann er sich noch nach 20 Jahren nicht. Könnte man nicht diesen unwiderruflich vergangenen Moment einmal nachholen?

Die Produktion wurde mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet: "Reffert ist es gelungen, mit scheinbar leichter Hand, mit Witz und einem hinreißend verspielten O-Ton-Einsatz ein zentrales Thema der deutschen Geschichte neu zu erzählen."

Mit Matthias Matschke, Juergen Schulz Thilo Reffert