So ist es gewesen

von Natalia Ginzburg
Aus dem Italienischen von Maja Pflug
Nach dem gleichnamigen Roman von Natalia Ginzburg

Regie: Norbert Schaeffer
Bearbeitung: Norbert Schaeffer
Produktion: NDR 1996
Länge: 62'

Erzählt wird die Geschichte einer Ehe von ihrem tödlichen Ende her. »Ich habe ihm in die Augen geschossen«, teilt die Ich-Erzählerin nüchtern mit. Lakonisch und kühl berichtet sie, was sie nun – nachdem alles geschehen ist – in ihrem Haushaltsbuch festhalten wird: Wie es zu ihrer Tat gekommen ist. »So ist es gewesen!« – Aber war es wirklich so?

Was die Erzählerin, die ohne Namen bleibt, wie im Zeitraffertempo memoriert, ist allein ihre Version einer klassischen Dreiecksgeschichte. Da ist die eher aus der Not geborene Verbindung der jungen, einsamen Lehrerin vom Lande mit Alberto, einem erheblich älteren Sonderling. Von Beruf Anwalt, hat er nie verheimlicht, dass er eine andere liebt. Die Katastrophe nimmt unaufhaltsam ihren Lauf.

Der lakonisch unterkühlte Bericht einer Gattenmörderin, das zweite Buch der Autorin, wurde bei seinem Erscheinen 1947 in Italien von der Kritik enthusiastisch aufgenommen. Bereits hier zeigte sich die literarische Handschrift der Autorin: eine beredte Kunst des Schweigens, der Auslassung und des Verzichts auf die große sprachliche Geste.

Mit: Angela Winkler

Natalia Ginzburg, (1916–1991), in Palermo geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Turin. Ihr Werk umfasst Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Essays. 1938 heiratete sie den Slawisten Leone Ginzburg, der 1944 von der regimetreuen Polizei ermordet wurde. Nach dem Krieg lebte sie als Lektorin in Mailand und ab 1950 als Autorin und Übersetzerin in Rom.