Die Sonne scheint nicht für uns

von Léo Malet
aus dem Französischen von Sarah Baumfelder und Thomas Mittelstädt
Musik: Henrik Albrecht
Hörspielbearbeitung und Regie: Leonhard Koppelmann
Produktion: SWR 2002
50'

Paris, 1926. André, 16 Jahre, wird wegen Vagabundierens ins Gefängnis gesteckt. Als er entlassen wird, taucht er in das Milieu der Hilfsarbeiter, Arbeitslosen, Arbeitsverweigerer und Obdachlosen ein. Es entwickelt sich eine Liebesgeschichte mit Gina, die im geschlossenen und unantastbaren Viertel der Gauner und Randständigen lebt. Er gerät in eine Clique, die sich gemeinsam die Zeit vertreibt. Dann wird ein Mord verübt, die Situation eskaliert. André flieht mit Gina vor der Polizei, aber die verzweifelte Situation wird immer verfänglicher, es gibt keinen Ausweg mehr.

Wieder verarbeitet Malet in diesem »Schwarzen Roman« autobiographische Erlebnisse seiner Vagabundenzeit. Eindringlich und poetisch schildert er die Düsterkeit der sozialen Situation, in der die Sonne nur für die Reichen scheint.

Léo Malet | (1909 - 1996), Anarchist, Surrealist, Chansonnier schrieb etwa 50 Kriminalromane. Die »Schwarze Trilogie« schrieb er 1947/48, die mit ihren surrealistischen Einflüssen eine Sonderstellung in der Krimi-Literatur einnimmt.