So was tut man doch nicht

von Ruth Rendell
Regie: Gabriele Bigott
Produktion: RBB 2003
50'

Es ist das typische Leben der Mittelklasse der westlichen Welt, daß der Ich-Erzähler nach seinen eignen Worten führt. Er wohnt mit seiner Frau Gwendolen in einem der richtigen Vororte Londons, er fährt jeden Tag um neun ins Büro, niemals vergißt er seiner Frau zum Hochzeitstag Rosen zu schenken, ihr Leben verläuft alltäglich, ruhig und behaglich. Ganz im Gegensatz zu dem seines Freundes Reeve Baker, einem Schriftsteller, den er in seiner Arbeit als Steuerberater kennen gelernt hat. Der bringt durch seinen Charme und Witz Abwechslung in ihr Leben, sie mögen ihn beide, so fremd ihnen seine Welt und besonders seine unzähligen Affären auch sind. Gwendolen allerdings reagiert gerade darauf plötzlich merkwürdig. Und nun sitzt Reeve Baker wegen des Mordes an Gwendolen für fünfzehn Jahre im Gefängnis. „So was tut man doch nicht“, sagt sich ihr Ehemann im Überdenken der Ereignisse, zumal er dabei durch seine aus der Lektüre von Kriminalromanen gewonnenen Erkenntnisse eine ganz eigene Rolle gespielt hat.

Es liest: Martin Seifert

Ruth Rendell, geboren 1930 in London, auch unter dem Pseudonym Barbara Vine bekannt, in Großbritannien als Königin der Kriminalliteratur gefeiert, unbestreitbar eine der großen Autorinnen des modernen englischen Kriminalromans. Sie ging in London zur Schule, später arbeitete sie zunächst als Journalistin, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Kriminalromanen widmete. Ihr erstes Buch erschien 1964, seitdem hat sie schon über 30 Romane und 4 Bände mit Kriminalgeschichten verfaßt. Für ihre in 15 Sprachen übersetzten Bücher hat Ruth Rendell dreimal den Edgar-Allen-Poe-Preis und viele andere internationale Ehrungen erhalten.