Das Spiel des Patriarchen

von Andrea Camilleri
aus dem Italienischen von Christiane von Bechtolsheim
Hörspielbearbeitung: Daniel Grünberg
Musik: Henrik Albrecht
Regie: Leonhard Koppelmann
Produktion: SWR 2003
55', 55'

In Vigàta wird ein junger Mann vor seinem Haus erschossen. Er ist jung, ohne Arbeit – aber er fährt zwei Autos und seine Wohnung ist vollgestopft mit der neuesten Unterhaltungselektronik und Computern. Zur gleichen Zeit verschwinden zwei alte Leute: Das Ehepaar, das zufällig in der Wohnung über der des Ermordeten wohnt. Das Ehepaar lebte extrem zurückgezogen in der Eigentumswohnung. Der junge Mann wurde fast nie gesehen, aber »gehört«. Jede zweite Nacht wurde eine Nachbarin durch heftiges Liebesspiel in ihrer Nachtruhe gestört. Commissario Montalbano nimmt lustlos die Ermittlungen auf. Größeres Interesse bringt er für die Frauengeschichten seines Stellvertreters Augello auf, bis – ja bis er eine Nachricht erhält von Don Balduccio Sinagra, dem Senior-Chef des alten Mafia-Clans von Vigàta.Don Balducci Sinagra, der alte Pate von Vigàta, hat Commissario Montalbano eine verschlüsselte Botschaft zukommen lassen: Er verrät ihm das Versteck seines Enkels, der seit Jahren von der Polizei gesucht wird. Ungewöhnlich für einen Verbrecherclan. Ungewöhnlich, aber für den Commissario nicht überraschend, findet er den Enkel – tot.
Langsam beginnen Montalbano und sein Stellvertreter Augello Zusammenhänge zu sehen: zwischen dem ermordeten jungen Mann, dem verschwundenen Ehepaar und dem toten Mafioso. Das Verbrechen hat eine neue Dimension erreicht, die dem alten Padron zu weit geht. Was alles so bedächtig beginnt, endet im Grauen.
Mit Gerd Warmeling als Montalbano

Andrea Camilleri, geboren 1925 in Porto Empedocle/Provinz Agrigento/Sizilien, ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur.