Das Südpoldenkmal

von Gerhard Stübe

Mit: Jürgen Hentsch
Hörspielbearbeitung: Marie-Elisabeth Müller, Norbert Schaeffer
Komposition: Henrik Albrecht
Regie: Norbert Schaeffer
Produktion: SWR 1998
40'

Man will ein Denkmal setzen – für die Entdeckung des Südpols. Doch zwei streitbare Lager fordern zuerst eine grundsätzliche Entscheidung: Soll Roald Amundsen als erster Entdecker des Südpols allein den Ehrenplatz auf dem Denkmal erhalten oder hat sein Konkurrent Scott, der den Pol erst einen Monat später erreichte, ebenfalls Anrecht auf eine Nennung? Um die Fakten zu überprüfen, blickt ein „Ausschuss zur Wahrheitsfindung“ zurück auf die Jahre 1910 - 1912. Der Lebenstraum Robert Falcon Scotts ist die Eroberung des Südpols. Amundsens Traum ist eigentlich der Nordpol, doch der Forscher Peary ist ihm 1908 zuvorgekommen. Amundsen ändert seine Pläne und schlägt stattdessen die entgegengesetzte Richtung ein. Die Ausrüstung und die Voraussetzungen der Männer sind extrem unterschiedlich: Amundsen ist ausgestattet mit Hundeschlitten und Kenntnis der nördlichen Stürme. Scott hingegen hat sich für Ponys als Zugtiere entschieden. Ein Wettlauf beginnt. Entscheidet das Glück oder die glückliche Vorbereitung, das Pech oder mangelnde Führungsstärke? Im Eis wird aber nicht nur der Wettlauf zweier Männer ausgetragen. Die Weltpolitik am Anfang des 20. Jahrhunderts spielt eine eigene Rolle, die geschwächte Stellung Englands, das kleine Norwegen, das sich nach und nach emanzipiert. Letzten Endes dreht sich alles um die Frage: Wie schreibt der Mensch sich in die Geschichte ein?

Gerhard Stübe, geboren 1921 in Rostock, Schriftsteller, Drehbuchautor und Hörspielmacher. Nach dem 2. Weltkrieg war er Pressereferent und wurde 30-jährig Literatur-Redaktionsleiter beim DDR-Rundfunk in Berlin. Er verließ die Redaktion jedoch nach Ende einer frühen Liberalisierungsphase in der DDR und wurde freier Schriftsteller. Bekannt ist er vor allem als Autor verschiedener Folgen der Serie Polizeiruf 110.