Schlachthaus

von Michael Koser
Regie: Heiner Schmidt
Produktion: : BR 1984
51 Min.

Es war einmal eine Zeit, da gab es Privatdetektive. Harte Männer, gerecht,
nie um eine Antwort und einen Ausweg verlegen. Aber in den ersten
Jahren dieses Jahrtausends gibt es nur noch einen: Jonas. Er ist der
letzte seiner Zunft. Nicht mehr ganz so hart, auch nicht immer gerecht,
manchmal fällt ihm auch gar keine Antwort ein – und einen Ausweg muss
er meist lange suchen, aber dafür ist er auch nicht allein: Sam, sein
Begleiter, ist immer dabei. Sam ist der unentbehrliche, überprogrammierte
und zuweilen recht geschwätzige Computer. Er kann alles. Außer Walzer
tanzen. Und Kinder kriegen...

Babylon, Vereinigte Staaten von Europa: Eine Seltenheit in den
Vereinigten Staaten von Europa, im "Escargot" gibt es noch einen
menschlichen Oberkellner! Aber dort gibt es auch an diesem Tag Josef.
Ein Gast. Und ein Witzbold – an der Oberfläche. An der gut frisierten,
mani- und pedikürten, nach letzter Mode drapierten und bemalten
Oberfläche. Ein Typ mit einer scheußlichen Angst. Und einem Anliegen:
"Besorgen Sie mir eine Bauchspeicheldrüse! Sie liefern, ich zahle – jeden
vernünftigen Preis!"
Sam schaut hinter die Oberfläche: Josef heißt Julian Brendel, ist von
Beruf Para-Psychagoge. Aber was nützen diese Erkenntnisse, wenn
Jonas den Zugang zum schwarzen Organmarkt nicht findet, weil Sam den
Code für die Datenbank der Hygiene-Polizei nicht kennt ...?

Michael Koser, Jahrgang 1938, schreibt seit über 30 Jahren vor allem für
das Radio und hat sich auf Kriminalhörspiel-Reihen konzentriert; es
entstanden die Reihen "Die Denkmaschine" mit über 70 Abenteuern von
Professor van Dusen und "Der letzte Detektiv" mit bislang 32 Folgen. 1973
erhielt er den Kurt-Magnus-Preis der ARD.