Schneesterben

von Anne Chaplet
Bearbeitung und Regie: Walter Adler
Produktion BR 2006
Min. 55 & 55

Winterzeit in Klein-Roda. Ein Kind stirbt. Ein Kinderarzt soll schuld sein.
Nachdem der Schnee endlich schmilzt, findet man unter ihm das Übliche: die Reste von verschossenen Silvesterraketen, vergessenes Kinderspielzeug, verlorene Handschuhe. Und eine Leiche. Der Tote ist ein Kriegsberichterstatter, erschlagen wird er vor dem Bungalow einer Feriensiedlung aufgefunden. Die Frau des Kinderarztes erklärt sich für schuldig. Für die Dorfbewohner sind die Dinge klar. Nur Paul Bremer, der zugereiste Werbefachmann aus Frankfurt glaubt nicht an die allzu einfachen Lösungen. Als dann bei der Gerichtsverhandlung der Kinderarzt Thomas Regler plötzlich behauptet, nicht seine Frau, sondern er sei schuld am Tod des Kriegsberichterstatters, geraten die einfachen Wahrheiten der scheinbar heilen Dorfwelt ins Wanken.
Klein-Roda in der Rhön. Paul Bremer versucht das gut gehütete Geheimnis des Ortes zu ergründen. Was war das damals für eine Geschichte, als zwei Jugendliche ein Kind zu Tode folterten? Ausgerechnet in jenem Tunnel, in dem die Nazis Menschen zu Tode schuften ließen für den Bau ihrer Wunderwaffe. Und warum muss der Kinderarzt Thomas Regler in der Vollzugsanstalt sterben? Auch Karen Stark, Staatsanwältin aus Frankfurt, versucht die Wahrheit hinter all den Lügen und Halbwahrheiten zu finden.

Die Romanvorlage der zweiteiligen Hörspielfassung "Schneesterben" wurde für den Deutschen Krimipreis 2004 nominiert.
Eine große Stärke von Anne Chaplets Kriminalromanen ist, wie sie aus der Geschichte von Orten und Menschen lebendige Szenen mit ungemein dichter Atmosphäre gewinnt. Schneesterben ist ein deutscher Kriminalroman der Spitzenklasse und Anne Chaplets bisher bestes Buch." (Lore Kleinert, Nordwestradio, 6.8.2003)
Anne Chaplet, eigentl. Cora Stephan, geb. 1951, lebt in Frankfurt am Main und Südfrankreich. Studium der Politikwissenschaften und Geschichte. Arbeitete als Übersetzerin, Lektorin, Dozentin und Rundfunkmoderatorin. Veröffentlichung von Büchern zu historischen und politischen Themen. Romane: "Caruso singt nicht mehr" (1998), "Wasser zu Wein" (1999), "Nichts als die Wahrheit" (2000, ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis 2001), "Die Fotografin" (2002), "Schneesterben" (2003), "Russisch Blut" (2004). Weitere Auszeichnungen: Radio-Bremen-Krimipreis 2003, Deutscher Krimipreis 2004.