Stillleben in einem Graben

von Fausto Paravidino
Deutsch von Georg Holzer und Laura Olivi
Regie: Steffen Moratz
Produktion: MDR 2006
55'

Sechs virtuos verwobene Monologe erzählen von einer Stadt in der norditalienischen Provinz. In der Nacht zum Sonntag fährt ein betrunkener Halbstarker ein Stück außerhalb seinen Wagen vor einen Baum. Als er aussteigt, findet er im Straßengraben die Leiche eines jungen Mädchens: nackt und brutal zugerichtet. Wie die Ermittlungen ergeben, heißt sie Elisa Orlando, ist zweiundzwanzig Jahre alt, lebt noch bei ihren Eltern – der Vater ist Ingenieur, die Mutter Lehrerin – und erlangte erst vor kurzem durch einen Gedichtwettbewerb eine gewisse lokale Berühmtheit. Der Bluttest allerdings verweist ins Drogenmilieu: Elisa muss noch kurz vor ihrem Tod Kokain genommen haben. Inspektor Salti, kettenrauchend, magenkrank und nicht nur auf legale Untersuchungsmethoden fixiert, setzt seinen „Lieblingsdealer“ unter Druck. Er erfährt, dass der Freund der Toten ebenfalls zu dessen Abnehmern gehörte und jetzt auf der Flucht ist. Doch so gern Salti den Mörder in den einschlägigen Kreisen finden würde, die Spur führt nicht nur zum Straßenstrich, sondern auch zu einer jungen Illegalen aus Osteuropa, der Elisa noch kurz vor ihren Tod begegnet war. Und er muss einsehen, dass seine kleine Stadt nicht nur an ihren Rändern kaputtgeht.

Fausto Paravidino, geboren 1976 in Genua, gilt derzeit als das „Wunderkind“ des italienischen Theaters. Nach Abschluss der Schauspielschule arbeitet er zusammen mit einer von ihm gegründeten Theatergruppe als Schauspieler, Regisseur und Autor in Rom. Mehrere seiner bislang acht Theaterstücke wurden auch in Deuschland erfolgreich nachgespielt, so „Zwei Brüder“ und „Genua 01“ (Hörspielproduktion WDR 2004).