Still Mutter

von Holger Böhme
Regie: Joachim Staritz
Musik: Benjamin Rinnert
MDR 1997
42 Min.

Wenn es stimmt, was die Polizei behauptet, dann hat ihr siebzehjähriger Sohn Peter einen Afrikaner zusammengeschlagen, einen jungen Mann aus Ruanda. Aber sie ist seine Mutter, sie kann das nicht glauben: Ihr Sohn hat sich vielleicht die Haare abrasiert, aber er ist kein Schläger! Eigentlich will sie morgen für eine Woche nach Lanzarote, endlich mal ein paar Tage Sonne und raus aus allem. Aber es nützt nichts, sie muß sich auf die Suche nach ihm machen. Sie ist doch seine Mutter. Wenigstens sie muß doch wissen, was wirklich passiert ist, auch auf die Gefahr hin, daß es genau das ist, was sie nicht wissen will. Sie überprüft das Alibi, mit dem er sich herausreden will, als sie Peter draußen in der Laube aufgespürt hat. Es ist eine Lüge. Sie spricht mit dem Zeugen, der Peter erkannt hat, es ist ein ehemaliger Lehrer von ihm.
Inzwischen ist der Mann, den ihr Sohn zusammengeschlagen hat, im Krankenhaus gestorben. Inzwischen hat Gunnar, ihr Ex-Mann, Peter zu einem Geständnis gebracht. Inzwischen steht es fest: Ihr Sohn ist ein Mörder. Sein Vater will, daß er sich wenigstens stellt. Sie nicht. Sie nimmt Peter mit dem Wagen mit. Sie erzählt ihm von früher. Sei still, Mutter, sagt Peter, aber sie ist nicht still.

Mit Jutta Hoffmann, Axel Wandtke, Dieter Bellmann u.v.a.

Holger Böhme, geboren 1965 in Dresden. Abitur, Transportarbeiter, Armee, Beleuchter, Krankenfahrer. Regisseur am »Dresdner Brettl«. Hörspiele: »Es ist noch einmal gut gegangen«, »Krauses Tod« und »Stillleben mit Dorf und Leichen«.