Die Störung oder wie Beckett die Maulwürfe vergiftete

von Rainer Wieczorek

Regie: Gottfried von Einem
Bearbeitung: Matthias Baxmann und Ralph Gerstenberg
Musik: Max Murray
Produktion: MDR 2013
Länge: 54'

Samuel Beckett zog sich zum Schreiben in sein kleines Landhaus in Ussy-sur-Marne zurück, doch nicht immer ging ihm die Feder leicht von der Hand. Über Becketts Schreib-Refugium soll ein junger Mann nun einen Essay verfassen. Da zieht im Haus gegenüber ein Tubist ein, er übt täglich auf seinem Instrument. Es ist zum Verzweifeln, zum Lachen, zum Heulen - aber nicht zum Schreiben!

Oder doch? Wie mag es Beckett ergangen sein, als sein Nachbar, Monsieur Horviller, eine Jagdhütte vor seinem Garten baute und Beckett fortan Schüsse hörte? Die Störung ist das Gefürchtete und Gesuchte zu gleichen Teilen. Denn der Tubist bringt mit seinem sperrigen Instrument noch weit mehr zum Schwingen als die Nerven des Essayisten: Immer tiefer wird dieser in seine Kindheit zurückversetzt.

Mit: Burghart Klaussner und Jens Harzer

Rainer Wieczorek, geb. 1956 in Darmstadt. Nach Schulabbruch, Musikalienhändlerlehre u. Auftritten als Schauspieler u. Musiker Studium d. Germanistik u. Sozialpsychologie auf dem 2. Bildungsweg. Seit 1992 Gymnasiallehrer in Darmstadt, wo er lebt u. viele Jahre das Programm des Darmstädter Literaturhauses mitgestaltete. Er schreibt Erzählungen. Seine "Tuba-Novelle" ist die Vorlage zum Hörspiel "Die Störung".