Stopfkuchen

von Wilhelm Raabe
Bearbeitung: Otto Bielen
Regie: Raoul Wolfgang Schnell
WDR 1963
60 Min.

In Raabes Roman mit dem Untertitel "Eine See- und Mordgeschichte" schreibt der Südafrika-Deutsche Eduard während einer Schiffsreise auf, was er bei seinem Heimaturlaub erlebt hat. Im Mittelpunkt steht das Wiedersehen mit seinem Jugendfreund Heinrich Schaumann, der seit seiner Kindheit wegen seiner angeblich unmäßigen Dummheit, Faulheit und Gefräßigkeit "Stopfkuchen" genannt wird. Aber Heinrich ist in Wahrheit ein zutiefst humaner, eigenständiger und einfühlsamer Mensch. Schon in jungen Jahren gelang es ihm, das Vertrauen des verbitterten Bauern Quakatz und seiner verwilderten Tochter Valentine zu gewinnen. Vater und Tochter führten ein einsames, verfemtes Leben, weil der Bauer im Verdacht stand, einen reichen Viehhändler erschlagen zu haben. Heinrich, der ja selbst ein Außenseiter ist, kümmerte sich um die beiden und Eduard erlebt während seines Besuches staunend mit, wie raffiniert und zielsicher der als naiver Sonderling geltende Heinrich die endgültige Aufklärung des alten Mordfalles betreibt.

Wilhelm Raabe (1831-1910) gilt als letzter literarischer Erbe Jean Pauls und zählt zu den wenigen großen deutschen Humoristen. Raabes Erzählung "Stopfkuchen" von 1891 ist den Anfängen der Detektivgeschichte zuzuordnen.