Der Tee der drei alten Damen

von Friedrich Glauser
Bearbeitung: Gabriela Holzmann
Regie: Irene Schuck
Produktion: Hessischer Rundfunk 1999
Teil I und Teil II: je 55 Min.

Darsteller:
Friedhelm Ptok, Tobias Leile, Ulrich Wildgruber, Ulrich Noethen, Peter Heusch, Peter Fricke,
Felix von Manteuffel, Frauke Poolman u. a.

Genf, Anfang der dreißiger
Jahre, Treffpunkt der internationalen Diplomatie und Schauplatz eines Mordes, der dieeinheimische Polizei aus ihrerVerschlafenheit weckt. Genfseinzige nennenswerte Berühmtheit, ein morphiumsüchtiger
Spezialist für Gifte, ist verdächtig, den Sekretär eines englischen Diplomaten umgebracht zu haben. Ein englischer Schlaumeier will den Fall in unermüdlicher Spurensuche lösen, scheint dabei aber nach
dem Grundsatz vorzugehen:
Warum einfach, wenn es auch umständlich geht?
Wie soll man aber auch indische Petroleumlampen, Delegierte der »Standard Oil«, sowjetische Geheimagenten, Hexenrezepte, Maharadschas
und teetrinkende Damen unter einen Hut bringen?

In einem offenen Brief über die »Zehn Gebote für den Kriminalroman« schreibt Friedrich
Glauser, Spannung sei für ihn »ein vorzügliches Element; sie erleichtert dem Publikum die
Anstrengung des Lesens. Sie lenkt den Geist von den Widerwärtigkeiten des Lebens ab,
sie hilft vergessen. Genau wie irgendein Schnaps, genau wie irgendein Wein. Aber wie es
auch echten Kitsch und Facon gibt, gerade so gibt es die echte Spannung und die Fuselspannung - und Fuselspannung nenne ich jede Spannung, die nur ein Ziel kennt: die Auflösung, das Ende des Buches«.

Friedrich Glauser (1896-1938) schrieb den größten Teil seines ersten Kriminalromans »Der Tee
der drei alten Damen« zwischen 1931 und 1934 als Patient der psychiatrischen Anstalt Münsingen.