Terra Incognita

von Philip Levene
Regie: Wilm Ten Haaf
Produktion: BR 1962
Länge: jeweils ca.54’

Teil 1 - Polizei-Inspektor Adams ist mit einem so mysteriösen Fall befasst, dass Scotland Yard ihm den Spezialisten Dr. Gauge zur Seite stellt. Anscheinend hat sich der renommierte Höhlenforscher Prof. Sir William Stacey während eines Spaziergangs in seinem Obstgarten buchstäblich in Luft aufgelöst. Als Dr. Gauge die Nachbarn, Professor Lomax und seine Tochter Helen, aufsucht, erfährt er von häufigen Reisen des Vermissten mit seinem Assistenten David Ross in die Pyrenäen. Dr. Gauge und Inspektor Adams machen sich auf zur Universität Nottingham, um Ross zu befragen, finden ihn dort aber nicht vor. Seit ein paar Tagen ist er wegen einer akuten Angstneurose in der psychiatrischen Klinik "Anstalt der grauen Brüder" und vorerst nicht vernehmungsfähig. Es häufen sich weitere mysteriöse Vorfälle: eine seltsame Grube, Teergeruch im Garten von Sir William Stacey und der Bericht des Gärtners von einem eigenartigen Geräusch zum Zeitpunkt des Verschwindens des Professors. Einige Tage später wird auch der Nachbar und Kollege Professor Lomax vermisst.

Teil 2 - Von den Anthropologen Sir William Stacey und Prof. Lomax fehlt jede Spur. Da Stacey's Assistent David Ross nun vernehmungsfähig ist, fährt Dr. Gauge erneut zur "Anstalt der grauen Brüder". Dort findet er aber das Zimmer des Patienten von innen verriegelt und kann nach gewaltsamer Öffnung nur noch feststellen, dass Ross geflohen sein muss. Dr. Gauge und der behandelnde Arzt verfolgen Ross noch bis zum Universitätssportplatz, wo der aber plötzlich verschwindet. Zu hören ist nur noch ein Schrei und ein metallisch summendes Geräusch. Zudem stoßen die Ermittler auf dieselben Spuren, die auch im Obstgarten von Sir Stacey festgestellt wurden: eine grabähnliche Grube, Aschereste und penetranter Teergeruch. Dr. Gauge gibt die Entnahme von Proben aus den Gruben in Auftrag. Die Analyse ergibt, dass es sich um ölhaltigen Sandstein handelt, der allerdings nach geologischer Ansicht in dieser Gegend nur tausend Meter unter der Erde vorkommt. Es bleibt rätselhaft, wie er an einem Ort, wo keine Bohrungen stattfinden, direkt an der Erdoberfläche vorkommen kann. Zurück im Obstgarten von Sir Stacey werden Dr. Gauge und Inspektor Adams von der Haushälterin alarmiert: Jemand ist dabei, Sir Stacey's Arbeitszimmer zu durchwühlen. Sie öffnen die Tür - und vor ihnen steht der verschwundene Professor Lomax.

Teil 3 - In London erfährt Dr. Gauge, dass ein amerikanischer Anthropologe sich in Louisiana ebenfalls in Luft aufgelöst hat. Auch hier fand man eine mysteriöse Grube und eine Tonaufzeichnung, auf der ein seltsames Geräusch sowie ein Schrei des Verschwundenen zu hören ist. Als Inspektor Adams von der Nachricht eines erneuten Einbruchs alarmiert im total verwüsteten Haus von Sir Stacey eintrifft, steht die Haushälterin unter Schock und der Gärtner will im Rosenbeet etwas seltsames beobachtet haben: das Auftauchen und Verschwinden eines zeltförmigen, silbernen Objekts. Zurückgeblieben ist wieder eine Grube, in der Reste von ölhaltigem Sandstein festgestellt werden. Dr. Gauge hat inzwischen im Schiffskoffer von David Ross, dem Assistenten von Sir. Stacey, einen menschlichen Schädel aus den Pyrenäen entdeckt. Als er ihn Professor Lomax und seiner Tochter Helen zeigt, geht plötzlich das Licht aus, Rauchschwaden vernebeln das Haus, das bedrohliche Sirren ist wieder zu hören -und Helens panischer Schrei.

Teil 4 - Nachdem der erste Schreck über die mysteriösen Ereignisse im Hause Lomax vorbei ist, gibt es neuen Anlass zur Beunruhigung. Von dem Totenschädel, den Sir William Stacey und David Ross bei einer Pyrenäen-Expedition gefunden hatten, fehlt jede Spur. Überdies wird bekannt, dass auch in Russland ein Anthropologe verschwunden ist. Umso erfreulicher scheint es zunächst, dass Sir Stacey und sein Assistent Ross inzwischen auf einer einsamen nordschottischen Insel entdeckt worden sind. Als Dr. Gauge und Inspektor Adams dorthin reisen, um die beiden zu befragen, geben diese aber nur an, dort an einem Buchprojekt sowie an Fossilienstudien zu arbeiten. Dr. Gauge schätzt die Situation höchst brisant ein. Seine Interpretation der Vorgänge ist, dass sich menschenähnliche Wesen aus dem Erdinneren nach oben bohren, um Menschen zu verschleppen und zu "bearbeiten". Alle, die bisher wiederkamen, sind zwar körperlich unversehrt, haben aber Gedächtnislücken. So auch David Ross und Sir William Stacey. Für Dr. Gauge ist klar: Die beiden müssen manipuliert worden sein.

Teil 5 - Dr. Gauges These der Manipulation scheint sich zu bestätigen. Auch die beiden Wissenschaftler aus Amerika und Russland sind zwar zurückgekehrt, leiden aber an Gedächtnisschwund. Insbesondere nachdem der Gärtner Cooper sich nach kurzzeitigem Verschwinden ebenfalls an nichts mehr erinnern kann, bestehen für Dr. Gauge kaum noch Zweifel an seiner Theorie. Für die Erinnerungslücken der Entführten scheint es nur eine Erklärung zu geben: Alles, was sie erlebt haben, wird aus ihrem Gedächtnis gelöscht, weil die Unterirdischen ihre Existenz um jeden Preis geheim halten wollen. Aber die Angriffe häufen sich. Als eines Nachts im Hause Lomax wieder die Lichter ausgehen und das bedrohliche Sirren das Auftauchen der zeltförmigen, silbernen Maschine ankündigt, zünden Inspektor Adams und Dr. Gauge die Ginsterhecke im Garten an. Und tatsächlich, das hell lodernde Feuer vertreibt die offenbar lichtempfindlichen Wesen. Weil aber weitere Übergriffe wahrscheinlich sind, besteht Dr. Gauge darauf, dass Professor Lomax und seine Tochter Helen ihr Landhaus verlassen und in ein Londoner Hotel ziehen.

Teil 6 - Kaum sind Dr. Gauge, Prof. Lomax und seine Tochter in London angekommen, wird Gauge zum Innenminister zitiert, weil zahlreiche Wasserreservoirs im In- und Ausland geschlossen werden mussten. Weder defekte Filteranlagen noch neuartige Bakterien sind die Ursache. Wie Dr. Gauges Recherchen ergeben, wurde das Wasser vom Erdinneren aus in eine sirupartige und giftige Brühe verwandelt. Und als ein ca. eine Million Jahre alter, hochgradig radioaktiver menschlicher Knochen gefunden wird, beginnt Dr. Gauge die Zusammenhänge zu ahnen. Wie aber soll er es schaffen, für seine abwegig erscheinenden Theorien Mitstreiter zu finden und die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren?


Mit Horst Tappert, Heinz Schimmelpfennig, Marlies Schoenau, Peter Lühr u.a.

Philip Levene (1928-73), englischer Schauspieler und Autor. Theaterstücke, Hörspiele, Drehbücher u.a. für die TV Serie Mit Schirm, Charme und Melone. Über 40 seiner Hörspiele wurden von der ARD produziert u.a. die Krimireihe um den Ermittler Quentin Barnaby