Thérèse Raquin

von Emile Zola
Regie Ludwig Cremer
Mit Hans-Christian Blech, Ida Ehre, Inge Meysel, Rosl Schäfer, Joachim Teege, Fritz Wagner u.a.
Produktion NDR 1956
54'20

Den Zeitgenossen Zolas war 'Thérèse Raquin' Skandalon und Faszinosum zugleich. Die Studie menschlicher Triebhaftigkeit und Amoralität schrieb Literaturgeschichte: Sie gilt als erster naturalistischer Roman und markiert den Beginn einer neuen Epoche. Außerdem ist sie lesbar als ein Vorläufer des Krimigenres.

Verbrechen aus Verdruss an der Familie: Thérèse ist jung, verheiratet mit dem kränklichen Camille und in den Alltag eines Kurzwarenladens eingesperrt mit der gelähmten Schwiegermutter. Thérèse hat sich in ihr Schicksal gefügt, bis sie Camilles Freund Laurent kennen lernt. Die beiden stürzen sich in ein Liebesabenteuer und entschließen sich zum Äußersten: Camille wird Opfer eines geplanten, tödlichen Unfalls. Die Idylle der biederen Kleinbürgerlichkeit schlägt in brutale Gewalt um. Der Mord bleibt unentdeckt, doch der Tod überschattet das Leben der beiden Liebenden – ein unbeschwertes Leben ist unmöglich geworden.

"Diesen Stimmen aus der Nachkriegszeit ist die Anziehungskraft solcher alter Hörspiele zu verdanken, die überdies ohne große Geräuschinszenierungen auskommen. Es sind Kammerspiele, konzentriert auf das Wesentliche, handwerklich hervorragend gemacht." (Martin Z. Schröder in der SZ, 6.9.2004)

Emile Zola (1840-1902) war einer der bedeutendsten französischen Romanciers. Als Journalist trug er durch seinen Artikel "J'accuse ...!" ("Ich klage an ...!") wesentlich zur Rehabilitierung des fälschlich wegen Landesverrats verurteilten Offiziers Alfred Dreyfus bei.