Tod einer Ärztin

von Hansjörg Schneider
Bearbeitung: Manfred Mixner
Musik und Technik: Martin Bezzola
Regie: Margret Nonhoff
Produktion: SR DRS / SFB 2003
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" Was stellen Sie sich eigentlich vor, Herr Hunkeler?" Das kam überraschend scharf. "Ich arbeite jetzt schon über dreißig Jahre in diesem Beruf, und meine Augen sind immer noch gut. Das Fenster ist eingedrückt, von außen, die Scherben liegen im Raum. Der Giftschrank ist aufgebrochen, die Opiate fehlen. Ich habe es gleich bemerkt, mich führt man nicht hinters Licht. Es waren die Drögeler von der Bocciabahn, die übernachten dort in der Hütte. Frau Dr. Erni ist immer so gut gewesen zu ihnen. Und jetzt das. Ich habe sie stets gewarnt. Ich habe ihr gesagt, daß sie sich ein Otterngezücht heranziehe, das früher oder später über sie herfallen werde. Sie hat nicht auf mich gehört. Jetzt liegt sie da, von vorne erstochen, von Angesicht zu Angesicht. Sind das überhaupt noch Menschen, frage ich Sie?"

Hunkeler's Hausärztin wird erstochen aufgefunden. Sie war eine liberal denkende Frau und half Drogensüchtigen durch die Abgabe von Methadon. Eine Gruppe Süchtiger wird denn auch sofort verdächtigt den Mord begangen zu haben. Der Kommissar ist mit diesem Resultat natürlich nicht zufrieden und beginnt mit seinen Nachforschungen im Umfeld der Ermordeten. Er stösst auf zahlreiche Personen, die mit dem Opfer auf verschiedenen Ebenen in Verbindung standen: da ist ihr unehelicher Sohn, ein Drogendealer, da sind die Erben ihres Vermögens, da die ehemaligen Liebhaber und dann sind da noch eine Lesbe, die ihre Geliebte - und ein Schriftsteller der seine Potenz wegen einer Fehldiagnose der Ärztin verloren haben. Alle haben ein Motiv, alle sind mögliche Tatverdächtige.

Hansjörg Schneider, ist 1938 in Aarau geboren. Er gehört zu den meistgespielten deutschsprachigen Dramatikern und schrieb zahlreiche Romane und Erzählungen. Für sein Schaffen wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Hansjörg Schneider lebt in Basel