Tod eines Praktikanten

von René Pollesch

Regie: René Pollesch
41’29
DLR Kultur 2007

Mit Nina Kronjäger, Inga Busch, Christine Groß

"Das Geld wäre so schön, wenn da nicht dieser abgeschmackte Kapitalismus wäre, der immer nur Liebe will.“ Knapp zehn Jahre sind vergangen, seit Polleschs Figur Heidi Hoh ihre erzweiflung in den Äther geschrien hat. In der Zwischenzeit haben sich die Verhältnisse nicht gebessert. Im Gegenteil. "Ich will das hier nicht aus Liebe machen! Und wenn ich mich so umsehe, dann wird mir klar, ich kann das auch nicht wegen Geld machen. Also weshalb mach' ich das dann?“ Die un(ter)bezahlten Praktikanten in ihren prekären Arbeitsverhältnissen mit der Hoffnung auf den Traumjob sind ratlos. Hektische Frauen reden hektisch über das 'wirkliche Leben', Lüge und Wahrheit, wobei Lügen wichtiger sind als die Wahrheit, weil wir in Wahrheit alle belogen werden wollen. Die Produktion wurde als Hörspiel des Monats April 2007 ausgezeichnet. In der Begründung der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste heißt es: "Pollesch macht kurzen Prozess und schlägt die Medienwelt mit ihren eigenen Waffen.“

René Pollesch, geb. 1962, Theaterautor und Regisseur. Seit 2001 Leiter des Prater an der Berliner Volksbühne. Auszeichnungen u.a. Mülheimer Dramatikerpreis (2001; 2006). Hörspiele u.a. "Heidi Hoh" (DLR/WDR 1999), "Heidi Hoh 3" (NDR/DLR 2002).