Tod eines Straßenhändlers

von Janwillem van de Wetering
Aus dem Englischen von Hubert Deymann
Hörspielbearbeitung und Regie: Peter Michel Ladiges
SWF / WDR 1983
51 Min.

Ein Mann namens Abe Rogge wird auf grausame Weise getötet, gewissermaßen unter den Augen Hunderter von Polizisten. Dennoch hat niemand etwas gesehen. Allein die Ausführung der Tat gibt Rätsel auf: Der Mörder, der Abe Rogge das Gesicht mit einem Morgenstern zerschmettert hat, muß durch die Luft gekommen sein. Als Motiv nehmen die Beamten dessen dämonisch-suggestive Persönlichkeit an. Offenbar verstand er es, Männer wie Frauen an sich zu binden und gleichsam zu demütigen. Die Suche nach dem Täter führt wieder in eine besondere Szenerie, denn der Tote war Straßenhändler und belieferte die Amsterdamer Flohmärkte en gros. Diese Tätigkeit hat ihm einigen Wohlstand eingebracht, unter anderem jenes Haus, in dem er zusammen mit seiner Schwester, einer Psychologin, und einem Gehilfen namens Louis Zilver lebte, der aus verständlichen Gründen wenig von der Polizei und der Gesellschaft hält...

Janwillem van de Wetering, geboren 1931 in Rotterdam als Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, reiste viele Jahre durch die Welt, begann in London ein Philosophiestudium, das er abbrach, um 1958 die Antwort auf seine existentiellen Fragen in einem Zen-Kloster zu suchen. Dort verbrachte er anderthalb Jahre, »ein einschneidendes Erlebnis«, wie er sagt und worüber er 1973 sein erstes Buch schrieb, »Der leere Spiegel«.
Nach Amsterdam zurückgekehrt, ging er jahrelang als uniformierter Polizist Streife, eine Art Wehrersatzdienst, denn durch seine langen Auslandsaufenthalte hatte er sich dem Militärdienst entzogen – und begann, Kriminalromane zu schreiben. Seit 1976 lebt er mit seiner Familie in Maine/USA und ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Niederlande.