Der Tod ist kein Geschäft

Kriminalhörspiel von Heiner Müller
Regie: Hans Knötzsch
Produktion: Rundfunk der DDR 1962
43 Min.


Die Filiale in Las Vegas bekommt einen neuen Boss. Der Alte, Rieger,
wurde umgelegt: Unterschlagung von lächerlichen 500.000 Dollar. Das ist
Vertrauensbruch.

Außerdem hat Rieger einen Jazzer an die Konkurrenz verkauft: »Rieger hat
sich das Maul mit Banknoten versiegeln lassen. Ich denke, das genügt. Ich
rede gar nicht von seinen Steuerschulden, die wir bezahlen müssen. Und dir
brauch ich nicht zu sagen, was uns eine Steuerhinterziehung kosten kann.

Bei Al Capone und den anderen Großen ging kein Weg ins Zuchthaus
wegen Mord. Morde standen nie zur Verhandlung. Über einen kleinen
Steuerschwindel sind sie gestolpert. Einer wie der andere.

Wir handeln mit Rauschgift, Prostitution, Glücksspiel wie Ford mit Autos
und United Fruit mit Orangen. Ein Geschäft wie jedes andere. Genauso
dreckig und genauso sauber. Dabei krisenfest.«

Mit Gerd Biewer, Harald Halgardt, Walter Jupe, Helmut Müller-Landow u. a

Heiner Müller (1929 - 1995) ist im deutschsprachigen Theater einer der
meistgespielten Autoren. In der Zeit des Aufführungs- und
Produktionsverbotes in der DDR, entstand sein Lieblingshörspiel »Der Tod
ist kein Geschäft«, das er unter dem Pseudonym Max Messer
veröffentlichte.