Tokio liebt uns nicht mehr

von Ray Loriga
aus dem Spanischen von Alexander Dobler
Bearbeitung und Regie: Walter Adler
Produktion: WDR 2001
55'/ 55'

Wir befinden uns in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts. Ein legaler Drogenagent reist im Auftrag einer Chemischen Bruderschaft durch die Welt, hält sich mal in Amerika, mal in Asien auf. Im Gepäck hat er eine neuartige Substanz, die unliebsame Erinnerungen auszulöschen vermag. Einer ausreichenden Kundschaft kann er sich sicher sein. Auch er selbst versucht seinen Erinnerungen zu entkommen und flüchtet sich in kurzlebige sexuelle Kontakte, Alkohol und Drogen, die sein Geschäft gefährden. Immer mehr verliert er die Konturen seines Lebens und immer weniger kann er zwischen Traum und Realität unterscheiden.
"Tokio liebt uns nicht mehr" ist eine Parabel über die allzu menschliche Neigung, vor der Vergangenheit zu flüchten. Doch das Gedächtnis ist unberechenbar. Nicht umsonst schreibt Loriga: "Das Gedächtnis ist der dämlichste Hund auf der Welt, du wirfst ein Stöckchen, und es bringt dir sonst was."

Ray Loriga, geboren 1967 in Madrid, ist Autor, Regisseur und Drehbuchautor. Er schrieb u.a. das Drehbuch zu Pedro Almodovars Film "Live Flesh". Ray Loriga lebt in New York und Madrid.