Der Tote am Deich

von Janwillem van de Wetering
Aus dem Englischen von Hubert Deymann
Hörspielbearbeitung und Regie: Peter Michel Ladiges
SWF / WDR 1983
59 Min.

Nachdem Brigadier de Gier konstatiert, daß in Amsterdam nie was passiere, fragt ihn Adjudant Grijpstra, ob er auch schon mal bemerkt habe, daß in Amsterdam nie was passiert. Natürlich geschieht dann doch noch eine ganze Menge: Jemand hat Tom Wernekink mit einem präzisen Schuß genau zwischen die Augen getötet. Wernekink war ein Sonderling. Er lebte, umgeben von wertvollen alten Möbeln und mit einem beträchtlichen Guthaben auf der Bank, in einem halb verfallenen Haus am Landsburgerdeich unter lauter Außenseitern der Gesellschaft. Im Haus nebenan wohnt Mary van Kompen, eine Lesbe und preisgekrönte Meisterschützin. Hat sie Wernekink aus Eifersucht getötet, weil ihre hübsche Untermieterin ihm in letzter Zeit häufiger schöne Augen machte? Im Laufe der Ermittlungen lernen Grijpstra und de Gier noch weitere Bewohner des Landsburgerdeichs kennen.
Es liegt eine stille und spannungsgeladene Ruhe in der Luft, da kann es schon mal passieren, daß de Gier und Grijpstra eine schnelle Intuition haben, während ihrem Vorgesetzten, dem Commissaris beim leichten Hineingleiten in die Badewanne Entscheidendes einfällt...

Janwillem van de Wetering, geboren 1931 in Rotterdam als Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, reiste viele Jahre durch die Welt, begann in London ein Philosophiestudium, das er abbrach, um 1958 die Antwort auf seine existentiellen Fragen in einem Zen-Kloster zu suchen. Dort verbrachte er anderthalb Jahre, »ein einschneidendes Erlebnis«, wie er sagt und worüber er 1973 sein erstes Buch schrieb, »Der leere Spiegel«.
Nach Amsterdam zurückgekehrt, ging er jahrelang als uniformierter Polizist Streife, eine Art Wehrersatzdienst, denn durch seine langen Auslandsaufenthalte hatte er sich dem Militärdienst entzogen – und begann, Kriminalromane zu schreiben. Seit 1976 lebt er mit seiner Familie in Maine/USA und ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Niederlande.