Tote Mädchen

Science Fiction

von Richard Calder
Aus dem Englischen von Hannes Riffel
Nach dem gleichnamigen Roman von Richard Calder

Regie: Martin Heindel
Bearbeitung: Martin Heindel
Produktion: NDR 2014
Länge: 70'

Wir befinden uns in Großbritannien im Jahr 2071. Ein Virus verwandelt pubertierende Mädchen in bluthungrige Cyborgs, "tote Mädchen".

Wer als Mann mit ihnen Kontakt hat, zeugt selbst nur noch Automatenfrauen. Die regierende Partei "Human Front" ruft zum Massaker an den "Puppen" auf und riegelt London hermetisch ab. Doch der junge Ivan weigert sich, seine Geliebte Primavera, die durch einen Virus zum "Cyborg" geworden ist, auszuliefern, auch wenn ihre Liebesbeweise ihn fast das Leben kosten. Den beiden gelingt die Flucht nach Bangkok, aber ihre Verfolger, u.a. der amerikanische Geheimdienst sind ihnen dicht auf den Fersen.

In Calders Roman, der eine unheimliche Zukunftswelt beschreibt, geht es vor dem Hintergrund der Nanotechnologie, der Informatik und der Gentechnik um das Thema der künstlichen Intelligenz, vor allem um die Frage, ob künstliche Wesen wie die toten Mädchen ein Eigenleben führen und liebesfähig sind. Und ist Primavera, ein Spiegelbild ohne Original, am Ende womöglich nicht vitaler, sinnlicher und schöner in ihrem Aufbegehren gegen Fremdbestimmung und Auslöschung als wir alle?

Mit: N.N.

Der im Suhrkamp Verlag 2012 erschienene Roman "Die Toten Mädchen" gilt als Meilenstein des "Post-Cyber-Punk", einer Spezies der zeitgenössischen Phantastischen Literatur.

Richard Calder, 1956 in Whitechapel, London geboren, veröffentlichte zahlreiche Science-Fiction-Erzählungen und -Romane. Er zählt neben William Gibson ("Neuromancer",1984) und Neal Stephenson ("Snow Crash", 1992) zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen literarischen Phantastik. "Tote Mädchen" ist sein erster ins Deutsche übertragene Roman.