Totenfloß

von Harald Müller

Regie: George Tabori
Produktion: HR/BR/SWF 1986
Länge: ca. 112'

Mitteleuropa in der Mitte des 21. Jahrhunderts. Chemische und radioaktive Einflüsse haben das Land verwüstet. Der Boden, die Luft und das Wasser sind vergiftet, man berührt einander nicht ungestraft, was man isst und trinkt, muss man vorher mit dem Geigerzähler checken. Bis auf wenige noch bewohnbare Areale ist das Land zwischen Alpen und Nordsee unbewohnbar geworden. Endzeit also auch in der Bundesrepublik. Die wenigen noch bewohnbaren Orte haben sich mit Mauern, elektrischen Zäunen und anderen Wehranlagen umgeben, sie werden diktatorisch regiert, Energie ist knapp geworden, Trinkwasser wird rationiert. Eine Art modernes Mittelalter hat sich auf dem verwüsteten Kontinent breitgemacht. Bewohner dieser Areale, die einen bestimmten Grad von chemischer Verseuchung erreicht haben, werden in das unbewohnbare Land, in die Chemiewüste ausgewiesen. Man überantwortet sie damit dem sicheren Tod. Totenfloß ist die Geschichte von vier Todgeweihten, die sterbend ihr Menschsein entdecken, sich noch im Tode solidarisieren und damit die alte Wahrheit bestätigen: Es ist schade um den Menschen.

Mit Klaus Fischer, Reiner Frieb, Jan Biczycki, Ursula Höpfner, Harald Müller

Harald Müller, geb. 1934 in Memel/Ostpreußen, Dramatiker, Autor. Werk u.a. Großer Wolf (1968). Hörspiele u.a. Der Zögling (WDR/BR 1977), Henkersnachtmahl (BR/HR 1978), Das bunte Leben und der schwarze Tod von Walddorf (HR/BR/SFB 1980).