Das Totenschiff

von B. Traven

Bearbeitung: Ernst Schnabel
Komposition: Winfried Zillig
Regie: Ludwig Cremer
NWDR 1946
70’28

Ein dummer Zufall, ein Mädchen in irgendeinem Hafen im alten Europa, eine durchbummelte Nacht: Der Seemann Bill verpasst sein Schiff und steht nun ohne Papiere da. Ohne diese ist er nicht identifizierbar, hat keine Rechte, keine Heimat. Erbarmungslos wird er von einem Land ins andere abgeschoben. Die letzte Station von Bill ist ein verrostetes illegales Totenschiff irgendwo auf See, im Sturm. „Die Romantik der Seegeschichten ist längst vorbei. Diese Romantik bestand lediglich in der Phantasie der Schreiber. Die Romantik der Mannschaft ist immer nur gewesen, unmenschliche harte Arbeit und eine tierische Behandlung.“ (B. Traven)

Mit Peter Mosbacher, Willy Schweissguth, Marianne Wischmann, Carl Voscherau u.a.

B. Traven: Mit seinem später auch verfilmten Roman Das Totenschiff (1926) wurde B. Traven weltberühmt. Bis heute ist die wahre Herkunft des Schriftstellers unbekannt. Einer beliebten Hypothese zufolge war Traven personengleich mit Ret Marut, ein bekannter Revolutionär der Münchner Räterepublik.

Ernst Schnabel (1913-86), Rundfunkautor. 1931-45 Seemann und Marineoffizier. Entwickelte beim NDR die erste deutsche Feature-Redaktion, 1946-49 Chefdramaturg, 1951-1955 Intendant des NDR. Libretto zu Hans-Werner Henzes Oratorium Das Floß der Medusa (1968). Hörspiele u.a. Ein Tag wie morgen. Der 29. Januar 1947 (NDR 1947).