"...trägt Anstaltskleidung und ist bewaffnet"

von Irene Rodrian
Produktion: BR 1982
Ton: Gerhard von Knobelsdorff
Komposition: Friedrich Meyer
Regie: Lilian Westphal
53'30

Mitwirkende:
Horst Selbeck - Robert Atzorn
Christine Selbeck - Lisi Mangold
Anita Birkmaier - Rita Russek
Polizist - Christoph Lindert
Dr. Kahn - Charles Brauer
Boris - Hans Günter Martens
Reporter - Gerhart Lippert
Inspektor - Jürgen Jung
Radiostimme - N.N.
Wärterin - Lilian Westphal

Christine und Horst hören auf der Heimfahrt von einer Party im Radio die Fahndungsmeldung nach der aus der Nervenheilanstalt entflohenen Anita, die ihren Mann ermordet haben soll. Als sie in ihr Haus kommen, werden sie bereits von dieser erwartet. Anita, die nur etwas Zeit braucht, um sich über den Tathergang klar zu werden, wird zum Auslöser eines Ehezerwürfnisses, das bereits latent vorhanden war. Ergebnis: Horst will sich scheiden lassen. Christine, der es gelingt, Anita zu betäuben, erschießt ihren Mann. Sie versucht, der erschreckten Anita die Schuld in die Schuhe zu schieben. Anitas Anwalt, der an ihre Unschuld glaubt, entlockt Christine mit einem Bluff das Geständnis. Auch der vermeintliche erste Mord von Anita war keiner. Der Schuss, der Boris tötete, löste sich beim Handgemenge der beiden.

Irene Rodrian, geb. 12. 11. 1937 in Berlin bewarb sich zunächst an der Kunstakademie München, um Grafikerin zu werden, wurde abgelehnt und arbeitete dann zwei Jahre bei einer Werbefirma und ein halbes Jahr bei einem Industrie-Unternehmen, bevor sie sich als Werbeberaterin und Graphikerin selbständig machte. Doch bald löste sie, weil ihr die Tätigkeit zu anstrengend war, das Einmann-Unternehmen auf und begann zu schreiben. Einige ihrer Kurzgeschichten wurden veröffentlicht, doch um den Lebensunterhalt zu verdienen, mußte sie noch als Schaufensterdekorateurin und Verkäuferin jobben.
Mit ihrem Krimi-Erstling TOD AUF ST PAULI errang sie im Wettbewerb um den "Edgar-Wallace-Preis" des Goldmann Verlages den ersten Platz (1967). An dem Wettbewerb hatte sie sich gleich mit zwei Manuskripten beteiligt, von denen eines nach einem klassischen Muster gearbeitet war und ausgezeichnet wurde, während das andere einen alternativen Ansatz hatte und nicht angenommen wurde, an dem dann aber der Rowohlt-Verlag Interesse zeigte. Nach verschiedenen Jugendbüchern veröffentlichte Irene Rodrian schließlich eine Reihe von Krimis in der thriller-Reihe des Rowohlt-Verlags, bevor sie schließlich zum Heyne-Verlag wechselte, wo sie mit ihren psychologisch orientierten Thrillern großen Erfolg hatte. Irene Rodrians Psycho-Studien sind häufig im Künstler- und Freiberufler-Milieu angesiedelt und sezieren im Rahmen konventioneller Krimi-Muster Lebensverhältnisse und Lebenslügen ihrer Figuren.