Ulysses

Aus dem Englischen von Hans Wollschläger

Regie: Klaus Buhlert
Produktion: SWR/DLF 2012

Kapitel 1: Telemachos
Kapitel 2: Nestor
Kapitel 3: Proteus
Kapitel 4: Kalypso
Kapitel 5: Lotophagen
Kapitel 6: Hades
Kapitel 7: Äolus
Kapitel 8: Laistrygonen
Kapitel 9: Skylla und Charybdis
Kapitel 10: Irrfelsen
Kapitel 11: Sirenen
Kapitel 12: Der Zyklop
Kapitel 13: Nausikaa
Kapitel 14: Die Rinder des Sonnengottes
Kapitel 15: Circe
Kapitel 16: Eumaeus
Kapitel 17: Ithaka
Kapitel 18: Penelope

Jedem Kapitel hat Joyce eine Figur und einen Gesang aus Homers "Odyssee" zugeordnet, eine Uhrzeit, einen Ort in Dublin, eine Kunstrichtung, eine Farbe, ein Symbol und eine Erzähltechnik.

Kapitel 1: Telemachos

16. Juni 1904, es ist acht Uhr morgens. Der Medizinstudent und Möchtegernschriftsteller Buck Mulligan rasiert sich auf der Brüstung des alten Wehrturms am Strand von Sandycove im Süden Dublins. Mit einem Oxfordstudenten, dem Engländer Haines, bewohnen er und Stephen Dedalus den Tower. Der junge Dichter und Gelehrte Stephen arbeitet als Aushilfslehrer in einem College.

Er hat sein Medizinstudium in Paris abgebrochen und ist wegen seiner im Sterben liegenden Mutter nach Dublin zurückgekehrt. Beim gemeinsamen Frühstück zeigen sich Spannungen zwischen den Martello-Bewohnern, die chronisch pleite sind. Stephen missfallen das überhebliche Verhalten von Haines und Mulligans Blasphemien und Sticheleien. So zieht Mulligan den Atheisten Stephen immer wieder damit auf, seiner Mutter am Sterbebett Gebet und Segen verweigert zu haben. Die drei frühstücken, bleiben dabei der alten Frau, die ihnen die Milch bringt und bei Joyce die Verkörperung Irlands ist, einen Teil des Geldes schuldig und verlassen den Turm. Haines will in die Nationalbibliothek, Mulligan nimmt ein Bad im Meer, nicht ohne zuvor Stephen den Schlüssel zum Tower und noch zwei Pence abgeknöpft zu haben. Sie verabreden sich dennoch in den Pub gegen die Mittagszeit, wenn Stephen seinen Lohn als Lehrer erhalten habe.

Kapitel 2: Nestor

Stephen unterrichtet zerstreut und gelangweilt in einem Privatcollege Geschichte. Sie ist diesem Kapitel thematischer Bezugspunkt. Doch die Schüler interessieren sich offensichtlich nicht für Schlachten und Heroen, lesen einfach die Antworten aus Büchern ab.

Als Stephen keine Lust mehr hat auf seine vergebliche Liebesmühe, stellt er den Jungen ein Nonsense-Rätsel und verliert sich in Erinnerungen an seine Pariser Zeit. Mit dem Ende der Stunde ist für die Schüler das ersehnte Hockeyspiel angesagt, nur der schüchterne Cyril Sargent, der Stephen an seine eigene Schulzeit erinnert, bleibt in der Klasse und bitte um Hilfe in Mathematik. Stephen geht ins Büro des Schuldirektors Mr. Deasy, um sein Gehalt abzuholen. Der magere Lohn wird ihm ausgezahlt. Dabei spannt ihn Deasy sogleich für seine Zwecke ein: Stephen soll seine guten Beziehungen zur Presse nutzen und einen Leserbrief dort unterbringen. Es geht um die Maul- und Klauenseuche, die England als Vorwand nutzt, um Exporte aus Irland mit einem Embargo zu versehen. Mit antisemitisch gefärbten Ermahnungen zu sparsamer Lebensführung entlässt Mr. Deasy Stephen.

Kapitel 3: Proteus

Es bleibt noch Zeit für Stephen Dedalus bis zur Verabredung mit Mulligan um 12.30 Uhr. Alleine am Strand überlässt sich Stephen dem Auf und Ab seines Gedankenstroms. Er erinnert sich erneut an seine Bohéme-Zeit in Paris und an den Zeitpunkt der Rückkehr nach Dublin wegen der Erkrankung seiner Mutter. Stephen irritieren plötzlich zwei Frauen am Strand, dann stellt er sich vor, wie ein Besuch bei seinem Onkel, Richie Goulding, ausfallen würde, der die Familie durch seinen Alkoholismus tyrannisiert. Er fühlt sich allein. Auch der irische Nationalist Kevin Egan, den er in Paris getroffen hatte, ist ihm kein Vorbild. Ein mit einem Tierkadaver spielender Hund veranlasst ihn über den Sinn des Lebens nachzudenken. Schließlich wird ihm der Anblick des Meeres, in deren Fluten man ertrinken könne, wenn man wolle, zu einer Epiphanie, die ihm einige Gedichtzeilen entlockt.

Kapitel 4: Kalypso

Wechsel von Szene und Protagonist: Auch beim Anzeigenverkäufer Leopold Bloom in der Eccles Street 7 beginnt der Tag um 8 Uhr morgens. Dieser 40-jährige Ire ungarisch-jüdischer Herkunft bereitet in der Küche sorgsam das Frühstück für seine Frau Marion, genannt "Molly".

Bloom isst gerne Innereien. Nachdem er die schwarze Katze mit Milch versorgt hat, bekommt er selber Appetit und geht aus dem Haus, nicht ohne zuvor seine Frau nach ihren Wünschen zu fragen. Sie schläft weiter. Es kündigt sich ein schöner Tag an. Bloom schwitzt, denn er trägt schon schwarz für die Beerdigung von Paddy Dignam. Auf dem Weg zum Metzger Dlugacz, wo er eine Niere erwirbt, taxiert er die Umgebung nach ihrem ökonomischen Wert und verliert sich in Tagträumen über die Faszination des Fernen Osten sowie den erwachenden Sexus eines vor ihm laufenden Mädchens. Auf dem Rückweg trübt sich seine Stimmung im Gedanken an weibliche Untreue, die Leiden der Juden, die Ödnis der Wüste und die eigene Vergänglichkeit. Zuhause zurück, brät er die Niere und bringt Molly Frühstück und Post. Ein Brief, den sie unter ihr Kopfkissen schiebt, stammt von Blazes Boylan. Er ist adressiert an "Mrs. Marion Bloom" - und nicht wie es sein müsste an "Mrs. Leopold Bloom". Boylan ist ihr Konzertmanager - und Bloom vermutet auch ihr Liebhaber. Er kündigt sich für 16 Uhr an, um mit ihr Lieder wie "Seaside Girl", "Love's Old Sweet Song" oder Arien aus dem "Don Giovanni" einzustudieren. Bloom duldet stillschweigend Mollys Affairen, aber der Gedanke an ihr Stelldichein lässt ihn den Tag über nicht mehr los.

Der Geruch der angebrannten Niere ruft Bloom vom Schlafzimmer in die Küche. Sie schmeckt ihm trotzdem und er liest dabei den Brief seiner Tochter Milly. Sie geht auswärts in die Lehre und hat einen Studenten kennen gelernt. Anschließend erleichtert sich Bloom genüsslich mit einer Zeitung im Klohäuschen. Der Glockenschlag der George's Church erinnert ihn an Dignams Beerdigung.

Kapitel 5: Lotophagen

Ein Stunde bleibt noch bis zur Beerdigung von Dignam. Bloom begibt sich auf seine Reise durch Dublin, vorbei an ärmlichen Kindern, verlotterten Hütten, exquisiten Teeläden. Er geht zuerst zur Post, wo er ein Fach unter dem Pseudonym "Henry Flower" führt, über das er eine heimliche Brieffreundschaft mit Martha Clifford pflegt. Mit ihr assoziiert er die Titelarie aus Flotows Oper "Martha".

Auf der Straße trifft er M'Coy, der ihn nach Molly befragt und ihm dadurch ihre vermutete Untreue wieder ins Gedächtnis ruft. Unter einem Vorwand lässt er ihn stehen und liest endlich Marthas Brief, dem eine getrocknete Blume beigelegt ist. Der vorsichtige Bloom möchte sich auf keine Liaison einlassen. Gleichwohl bemerkt er beim Weitergehen überall sexuell aufgeladene Werbeanzeigen. Er gedenkt des Selbstmordes seines Vaters und besucht eine katholische Messe, deren lateinisch gehaltenen Rituale er als Jude fasziniert wie kritisch begutachtet. Anschließend lässt er in Mr. Swenys Drogerie eine Gesichtslotion für Molly anfertigen und gönnt sich ein Stück gut riechender Zitronenseife für den Besuch im öffentlichen Bad. Bantam Lyons stoppt ihn auf der Suche nach einem Tipp fürs Pferderennen in Ascot. Als Bloom ihm seine Tageszeitung, den "Freeman", überlässt, missversteht Lyons dies als Tipp und geht erfreut weiter. Im türkischen Band ergötzt sich Bloom an der sehr weltlichen Betrachtung seines Körpers - und schläft ein.

Kapitel 6: Hades

Um 11 Uhr trifft Bloom in Sandymount vor dem Haus des verstorbenen Paddy Dignam seine Bekannten Martin Cunningham, Jack Power und Simon Dedalus, der Vater von Stephen. In der Kutsche folgen sie dem Sarg durch Dublin zur Beisetzung. Während der Fahrt ins "Reich der Toten" über vier Dubliner Wasserwege - gleich den vier Flüssen des Hades - erblickt Bloom Stephen. Simon schimpft über dessen schlechte Bekanntschaften, zu denen er auch Mulligan zählt. Blooms Gedanken schweifen zu seinem, elf Tage nach der Geburt verstorbenen Sohn Rudy, zum Suizid seines eigenen Vaters oder der Ähnlichkeit von Molly und Milly, früh dem Geschlecht ergeben zu sein. Vorbei an Gaswerk, Oper, Denkmälern und Straßenzügen dreht sich das Gespräch vorwiegend um Alltagsgeschichten aus dem Stadtleben und Sterbensarten. Als die vier den Friedhof erreichen, ist Dignams Sarg längst vor Ort. Die Trauergäste bedrücken die ärmlichen Verhältnisse, in denen Dignam Frau und Kinder zurückgelassen hat. Die Zeremonie begleitet Bloom mit ironischen und das Geschehen profanisierenden Gedanken. Er stemmt sich so wider die Schwermut angesichts des Todes und bejaht schließlich seinen Lebensentwurf. Am Ende des Begräbnisses begegnet Bloom dem eingebildeten Mr. Menton, ein ehemaliger Verehrer von Molly, mit dem er sich vor Jahren siegreich geprügelt hatte.

Kapitel 7: Äolus

Am Verkehrsknotenpunkt vor der Nelson-Säule befinden sich die Redaktionsräume der beiden regionalen Tageszeitungen "Freeman" und "Telegraph". Dem atemlosen Lärm des Verkehrs entspricht im Inneren das Geröchel der Druckmaschinen. Bloom versucht, zuerst bei Red Murray, dann beim Setzer Nannetti eine Annonce des Getränkehändlers Alexander Keyes zu schalten. Da seinen Änderungswünschen nur zugestimmt wird, wenn die Anzeige auf drei Monate verlängert wird, will er sich mit ihm telefonisch verständigen. Währenddessen taucht Stephen auf. Er will zur allgemeinen Heiterkeit den Artikel des Schulleiters Mr. Deasy über die Maul- und Klauenseuche unterbringen, lässt sich dann beim Chefredakteur Crawford auf eine Diskussion über irische Redner ein und zieht mit den Disputanten ins "Mooney's", obgleich Mulligan und Haines auf ihn im "Ship" warten. Bloom kann die Anzeige nicht unterbringen und muss ihre Vorlage - zwei Schlüssel - in der Bibliothek prüfen.

Kapitel 8: Laistrygonen

Es ist Mittagszeit, Nahrungsaufnahme ist angesagt. Auf der zögernden, der peristaltischen Bewegung der Verdauungsorgane gleichenden Suche nach einem Mittagstisch quert Bloom zahlreiche Straßen und führt seine Gedanken im Treiben der Stadt spazieren. Sie drehen sich um Dubliner Architektur, Blutopfer, Essensgewohnheiten und die Pfründe der Kirche. Er wirft den Brief von Martha weg, will ihr später antworten und trifft Mrs. Breen, die sich nach Molly erkundigt. Er verspricht, die in den Wehen liegende Mrs. Purefoy im Hospital zu besuchen. Beim Blick in Burtons Restaurant widern ihn die "Esser ohne Manieren" an.

Erst in Davy Byrnes Pub kommt er zur Ruhe und bestellt sich ein Gorgonzolasandwich mit Senf und ein Glas Burgunder. Auch der leicht heruntergekommene Nosey Flynn isst hier. Beide reden über das Pferderennen und Mollys Konzert. Bloom macht sich auf den Weg und Flynn erzählt Byrne, dass es dem Juden nur deshalb so gut gehe, weil er den Freimaurern angehöre. Als Bloom auf der Straße einem blinden Jungen hilft, fällt ihm - wie Stephen im "Proteus" Kapitel - die perspektivische Bezogenheit der Wahrnehmung von Welt auf. Schließlich macht er sich auf den Weg, die Logovorlage der zwei Schlüssel für die Keyses-Anzeige in der Bibliothek zu prüfen, gerät aber aus der Fassung, als er Boylans Hut in der Ferne erkennt. Im Reich der Laistrygonen, dem Volk der menschenfressenden Riesen, wird viel gegessen. In Dublin fröhnen die Helden auch mehr oder weniger kulinarischen Genüssen und käuen dabei noch Lebensweisheiten und Weltanschauungen wieder.

Kapitel 9: Skylla und Charybdis

Es ist 14 Uhr. In der Nationalbibliothek diskutiert eine Gruppe etablierter Dubliner Intellektueller mit Stephen über Literatur. Sie ist diesem Kapitel der anspielungsreiche Bezugspunkt. Joyce versucht dabei erzähltechnisch die Personenkonflikte und Motive dialektisch, über das Aufeinanderprallen von These und Antithese, zu entwickeln.

Stephen sieht sich selbst in Shakespeare gespiegelt: Wie dieser sich zwischen der Metropole London und dem kleinstädtischen Stratford entscheiden musste, so sieht Stephen sein Leben zerrissen zwischen Paris als Zentrum der Kunst und dem provinziellen Dublin. Und soll er überhaupt hier um Anerkennung ringen?

Kapitel 10: Irrfelsen

Da ist Pater Conmee, der Dignams Sohn im Waisenhaus anmelden will und von der Christianisierung der heidnischen Seelen Afrikas träumt; da ist ein betrunkener Seemann, er grölt ein Lied wider England und ihm wirft Molly eine Münze aus dem Fenster zu; da sind die Schwestern Stephens, sie versuchen in Geldnot seine Bücher zu versetzen und holen ihren, dem Trunk ergebenen Vater aus dem Pub; und da ist Boylan, der für das Rendezvous um 16 Uhr vorab Molly einen Früchtekorb schickt; oder Stephen, er trifft seinen früheren Italienisch-Lehrer Artifoni und hat Gewissenbisse angesichts der armselige Existenz seiner Schwestern; M'Coy und Lenehan verabreden sich im Ormond Hotel mit Boylan und reden über Lyons Wette; Bloom ist auf der Suche nach einem erotischen Buch für Molly; Martin Cunningham sammelt Geld für die Familie Dignam; Mulligan und Haines reden über Stephens beeindruckenden Intellekt, aber doch mangelnde künstlerische Begabung; und Dignams Sohn kann nur schwer Trauer über seinen toten Vater empfinden. Sie alle streift am Ende die Stadtfahrt der vizeköniglichen Kavalkade mit dem Repräsentanten Englands.

Kapitel 11: Sirenen

Bloom sieht zufälligerweise zum dritten Mal auf der Straße Boylan, dem er in die Hotelbar folgt. Boylan ist eigentlich auf 16 Uhr mit Molly verabredet. Er und Lenehan lassen sich aber auf einen Flirt mit den beiden Damen ein und können Miss Douce sogar überreden, ihr Strumpfband gegen die Schenkel klatschen zu lassen. Boylan hat es beim Blick auf die Uhr eilig und geht - zu Molly. Bloom weiß das, bleibt zurück, sitzt neben Richie Goulding, dem Onkel Stephens, und schreibt Martha Clifford einen Brief, bevor er die Bar verlässt.

Musik ist die Kunst dieses Kapitel. Von und über Musik wird geredet und erzählt, aber hier spielt auch Pater Cowley Klavier, Simon Dedalus singt virtuos die Arie "M'appari" aus Flotows "Martha" und Ben Dollard den irische Traditional "The Croppy Boy". Die Lieder handeln von unglücklicher Liebe und einem von den Briten erhängten Bauernjungen. Der Erzählstruktur des Textes selber nutzt musikalische Techniken wie Fuge und Kanon, mit denen Joyce Handlung und Figuren in Szene setzt.

Kapitel 12: Der Zyklop

In angeberisch-grobschlächtiger Sprache berichtet ein namenloser Ich- Erzähler von seinem Treffen mit Joe Hynes in Barney Kiernans Pub. Sie reden über einem jüdischen Händler, dem ein Freund von ihnen die Rückzahlung seiner Schulden zu Recht verweigerte. Mit Gleichgesinnten vertrinken beide Joes Wettgewinn vom Pferderennen. Bloom wartet derweil draußen auf Martin Cunningham, um gemeinsam der Witwe Dignam zu helfen, die Lebensversicherung ihres Mannes einzuklagen.

Als Bloom den Pub betritt, um ihn dort zu suchen, lässt er sich in das Kneipengespräch über Dignam und die Todesstrafe ziehen. Plötzlich macht das Gerücht die Runde, er habe viel Geld beim Rennen gewonnen. Von da an werden seine abwägenden und nüchternen Einwände von der schwadronierenden Runde misstrauisch beäugt.

Als das Gespräch sich tagespolitischen Themen zuwendet, gerät Bloom ins Visier des "Bürgers", eines für die irische Unabhängigkeit eintretenden Feniers, auf deren Ideologie das Kapitel sich symbolisch bezieht. Dessen Hund könne, so der "Bürger", geizige Juden nicht riechen, als das Tier Bloom beschnüffelt. Bloom sieht sich gezwungen, sich als Ire zu erkennen zu geben, fügt aber heroisch hinzu: mosaischer Abstammung - und verlässt den Raum. Währenddessen trifft der nichts ahnende Cunningham ein und beantwortet Nachfragen zu Bloom. Die antisemitische Stimmung eskaliert durch den "Bürger", als Bloom zurückkehrt. Cunningham und er können nur mit einer Kutsche dem aufgebrachten Mob entfliehen.

Kapitel 13: Nausikaa

Im Nausikaa-Kapitel strandet Odysseus auf der Insel des Königs Alkinoos. Dessen Tochter Nausikaa vertreibt sich dort mit ihrem Gefolge beim Ballspiel die Zeit. Sie hat keine Angst vor dem plötzlich auftauchenden Fremden, der ihre Schönheit preist, und nimmt ihn mit in den Palast, wo er sich schließlich als lang vermisster Herrscher von Ithaka zu erkennen gibt.

In der malerischen Abenddämmerung spaziert die schöne Gerty MacDowell, begleitet von den Freundinnen Edy Boardmann und Cissy Caffrey mit ihren jüngeren Geschwistern, am Strand von Sandymount. Morgens machte hier Stephen seinen Spaziergang. Gerty, Tochter nicht eines Königs, sondern eines Trinkers, gibt sich ihren Träumen von der großen Liebe hin.

Zur gleichen Zeit findet eine Messe in der nahegelegenen kleinen Kirche statt. Da bemerkt Gerty zwischen den Felsen einen Fremden. Bloom sucht dort Ruhe, nachdem er dem Bürgermob entkam. Gerty lässt ihre Freundinnen weitergehen und bleibt alleine zurück unter den ihre Schönheit bewundernden Blicken von Bloom. Es beginnt eine einvernehmliche Verführungsszene aus der Distanz.

Parallel zum Verlauf der Messe, die mit dem Beginn eines Feuerwerks endet, wird das Geschehen zuerst aus Gertys Perspektive im Stile viktorianischer Trivialromane ausgemalt. Danach wechselt die Erzählung zum inneren Monolog Blooms mit sexuell expliziterer Sprache. Gerty weiß, dass Bloom sie beobachtet, von ihr sexuell erregt onaniert, und sie entblößt mehr und mehr ihre Reize. Als sie ihm schließlich ihren Schoß zeigt, überschneidet sich Blooms sexueller Höhepunkt mit dem Ende des Feuerwerks.

Das Spektakel ist vorbei. Die Jungfrau Gerty geht. Mitleidig bemerkt Bloom, dass sie hinkt. Er lässt das Geschehen des Tages nochmals an sich vorbeiziehen, der Ruf einer Kuckucksuhr zur vollen Stunde erinnert ihn erneut an Mollys vollzogenen Ehebruch. Bloom schläft ein.

Kapitel 14: Die Rinder des Sonnengottes

Im Frauenspital von Dublin liegt Mina Purefroy, eine Bekannte Blooms, in den Wehen. Bloom möchte sie besuchen, wird jedoch nicht zu ihr vorgelassen. Stattdessen begibt er sich in den Aufenthaltsraum der Ärzte und trifft dort auf Stephen.

Dieser hält mit mit Buck Mulligan und anderen Medizinstudenten ein Saufgelage ab.

Später ziehen alle los, um in einem Pub weiterzutrinken, und danach weiter zum Bordell der Bella Cohen.

Kapitel 15: Circe

In diesem Kapitel, dessen Inhalt einer einzigen fantastischen Halluzination gleicht, besuchen sowohl Bloom als auch Stephen - noch von der Gegenwart des anderen nichts ahnend - Bella Cohens Bordell im Red Light District Dublins.

In einer Art Traumspiel greift Joyce das Thema der Vaterschaft erneut auf und parodiert es in extremer Weise, indem er Bloom zur Frau und schwanger werden sowie gebären lässt. I

In einer sado-masochistischen Sequenz wird er von der Domina Bella zur gegenseitigen Lust gequält: Wie Circe die Gefährten des Odysseus in der "Odyssee" in Schweine verwandelt, werden hier durch die Macht der Puffmutter die untersten, dreckigsten Seelenschichten der beteiligten Personen nach oben gekehrt.

Am Ende flieht Stephen, von Bloom begleitet, aus dem Bordell. Nachdem Stephen draußen von einem Soldaten niedergeschlagen wird, kümmert sich Bloom - hier nun wieder in einer fürsorglichen Vaterrolle - um den Bewusstlosen.

Kapitel 16: Eumaeus

Auf ihrem Weg zur Kutscherkneipe "Cabman's Shelter" begegnen sie dem arbeitslosen Corley, dem Stephen Geld leiht, und Streit suchenden italienischen Seeleuten. Bloom spricht mit Stephen väterlich über die Gefahren des zügellosen Nachtlebens und großzügiger Mildtätigkeit. In der Kneipe stoßen sie auf einen Seemanns-Garn spinnenden Matrosen. Es ist spät und der Weg zum Martello Tower weit. Bloom lädt Stephen zu sich nach Hause ein.

Kapitel 17: Ithaka

Um zwei Uhr nachts kommen Bloom und Stephen in der Eccles Street Nr. 7 an. Da Bloom den Schlüssel vergessen hat, muss er durch ein Fenster einsteigen. Bei einer Tasse Kakao unterhalten sich beide. Stephen schlägt die Einladung, dort zu nächtigen, aus und geht seines Weges. Bloom hängt noch seinen Gedanken über den Freier Boylan und den Tagesverlauf nach.

Kapitel 18: Penelope

Es ist Nacht in Dublin. Leopold Bloom hat sich zu Mollys Füßen ins Bett gelegt. Diese erwacht nur halb aus dem Schlaf, ihre Gedanken strömen frei. Der Tag mit allen seinen Eindrücken, Erlebnissen, Geräuschen spielt sich wieder in ihrem Bewusstsein ab.

Wie im Traum oder Halbschlaf spielen Erinnerungen und Assoziationen in den Gedankenstrom hinein.

Kindheitserinnerungen, erotische Gedanken, Erinnerungen an ihre Jugend in Gibraltar, Gedanken an die Kinder und ihren Mann Leopold, an frühere Wohnorte strömen in acht langen Sätzen ohne Punkt und Komma durch Mollys und der Leser Hirn.

Mit: Alberto Fortuzzi, Anatol Aljinovic, Anna Thalbach, Birgit Minichmayr, Bibiana Beglau, Corinna Harfouch, Dietmar Bär, Ernst Stötzner, Eva Gosciejewicz, Felix von Manteuffel, Franz Jährling Hans Werner Meyer, Hendrik Arnst, Jaqueline Macaulay, Jens Harzer, Josef Bierbichler, Judith Hofmann, Jürgen Holtz, Klaus Buhlert, Lars Rudolph, Leo Burkhardt, Lyonel Hollaender, Manfred Zapatka, Mandy Rudski, Margit Bendokat, Maximilian von Pufendorf, Michael Lucke, Michel Stieblich Milan Peschel Mira Partecke, Peter Kurth, Rufus Beck Stefan Wilkening, Thomas Thieme, Werner Wölbern, Wolfram Koch