Und jetzt: Die Welt!

Oder: Es sagt micr nichts, das sogenannte Draußen

von Sybille Berg

Regie: Stefan Kanis
Bearbeitung: Stefan Kanis
Produktion: MDR 2015
Länge: 55'

Sie sind klug, gut ausgebildet und leben in prekären ­ Verhältnissen, weil auch das x-te Praktikum kein Geld bringt. Sie verkaufen selbstgekochte Drogen im Internet, schreiben Mode-Blogs und steigern den Marktwert ihres Körpers im Fitnessstudio, obwohl sie den Markt verachten. Sie kommunizieren ­unablässig per Skype, SMS, Chat oder Telefon, und doch bleibt da ein Gefühl von überwältigender Einsamkeit.

Gnadenlos und mit großer Zärtlichkeit porträtiert Sibylle Berg vier Frauen Anfang Zwanzig, die - schwankend zwischen Aggression und Apathie, Aufbruch und Abgeklärtheit - unsicher sind, wofür sie kämpfen sollen, und bei denen schon das Wort „wir“ für berechtigte Skepsis sorgt.

Aus der Jurybegründung zum Hörspielpreis der Kriegsblinden 2016: „Ein wildes, furioses, atemloses Stück, voll ätzender Komik und tiefer Verzweiflung, zum Lachen, wenn man denn nicht ­heulen muss, grandios dargeboten von Marina Frenk.“

Mit: Marina Frenk

Sibylle Berg, 1962 in Weimar geboren, verließ 1984 die DDR, lebt heute in Zürich. Seit ihrem Debüt 1997 „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“ hat sie Romane, Theaterstücke, Essays u.a. veröffentlicht. Hörspiele u.a.: „Honkong Airport, 23.45 h“ (WDR 07), „Der Mann schläft“ (NDR 10).