Der ungebetene Gast

von Charles Dickens

Regie: Horst Liepach
Bearbeitung: Dagmar Römisch
Produktion: Rundfunk der DDR 1979
Länge: 45'

Dem alten Scrooge, einem hartherzigen Pfandverleiher und unbeliebten Einzelgänger, erscheint am Weihnachtsabend der Geist seines verstorbenen Teilhabers Marley. Der Geist führt Scrooge noch einmal an den Ort seiner Kindheit, lässt ihn die Armut seines Kanzlisten miterleben und führt ihm schließlich seinen von niemandem beachteten Tod vor Augen. Gleichsam in einen Spiegel schauend, erkennt Scrooge die Sinnlosigkeit seines bisherigen Lebens.

Mit: Wolfgang Brunecker (Scrooge), Jürgen Hentsch (Marleys Geist), Horst Lebinsky (Wilkins), Adolf-Peter Hoffmann (Smith), Annemone Haase (Mrs. Walker), Dietmar Obst (Cratchit), Iris Bohnau (Fanny), Monica Bielenstein (Lina), Berko Acker (Scrooges Vater), Doris Abeßer (Mrs. Cratchit), Hilde Kneip (Mrs. Ditcher)

Charles Dickens (1812-1870), besuchte nur unregelmäßig die Schule, denn als er elf Jahre alt war, kam sein Vater ins Schuldgefängnis in London (bis1824) und er musste für den Unterhalt der großen Familie - er hatte noch sieben Geschwister - sorgen. Zunächst arbeitete er in einer Lagerhalle, später dann in einer Fabrik für Schuhpolitur. 1826 wurde er Anwaltsgehilfe, ab 1829 war er Parlamentsstenograph. Als Reporter beim "Morning Chronicle" begann er, seine Skizzen zu schreiben, die in Buchform als "Pickwick Papers" veröffentlicht wurden und ihn berühmt machten. Dickens ist einer der meistgelesenen Schriftsteller der englischen Literatur. Bereits zwischen 1857 und 1892 verkaufte allein die Verlagshandlung Chapman & Hall (London) 700.000 Exemplare seiner Werke, zu deren bekanntesten „Oliver Twist“, „David Copperfield“, „Eine Geschichte aus zwei Städten“, „Große Erwartungen“ sowie „Eine Weihnachtsgeschichte“ gehören.

Wolfgang Brunecker, geb. als Wolfgang Waßer am 10. Dezember 1914 in Zwickau/Sachsen, gestorben am 26. Juni 1992 in Berlin, studierte zunächst Theaterwissenschaften in Leipzig und nahm im Anschluss an das Studium Schauspielunterricht in München. 1940 hatte er in Freiberg (Sachsen) seinen ersten Auftritt, ehe er im Zweiten Weltkrieg zur Wehrmacht eingezogen wurde. Nach seiner Entlassung aus französischer Kriegsgefangenschaft 1946 spielte er an Bühnen in Tübingen und Karls- ruhe. Dann führte ihn sein künstlerischer Weg in die gerade gegründete DDR. Das Deutsche Nationaltheater Weimar und das Deutsche Theater in Berlin sind erste Stationen, bevor er zum Oberspielleiter an die Bühnen von Cottbus und Plauen berufen wird. Er ist als Charakterdarsteller in vielen DEFA-Spielfilmen sowie DFF Fernsehproduktionen zu sehen, doch vor allem arbeitete Wolfgang Brunecker als Regisseur und Sprecher beim Rundfunk. Eine seiner letzten Sprecherrollen war der Camembert in Albert Wendts preisgekröntem und 1990 im Funkhaus Berlin produzierten Kinderhörspiel „Adrian und Lavendel“.