Der Unglücksberg

Wolfgang Stauch und Thomas Wolter
Regie: Heidrun Nass
Produktion: SR 1999
55'

Jakuweit, 52, befindet sich in einem ziemlich desolaten Zustand. Und er ist – auf einer entlegenen Berghütte – allein mit sich und den verstörenden Erinnerungen an den Absturz seiner Frau, der nun schon einige Tage zurückliegt. Er hatte sie verzweifelt zu halten versucht. Aber ihre Hand war ihm schließlich entglitten. Er hatte ihren Namen den Berg heruntergeschrieen, die Nacht und den nächsten Tag ratlos und verwirrt an der Unglücksstelle verbracht, ehe er den Abstieg zur Hütte anging.

Ein tragischer Unfall. Gäbe es da nicht irritierende Zwischentöne in dem verzweifelt obsessiven Monolog des alternden Jakuweit: Klagen darüber, dass seine geliebte Ruth zunehmend Distanz eingefordert hatte, bis tief in die Nacht ausgeblieben war, schließlich einen ihm unbekannten Aufstieg gewählt hatte, dessen Schwierigkeitsgrad eigentlich seinem Gesundheitszustand nicht zuträglich gewesen war.

Wolfgang Stauch, 1968 in Contwig geboren, lebt als freier Autor in Saarbrücken. Er veröffentlicht auch Kurzgeschichten, Romane und Drehbücher.