Unwiederbringlich

von Theodor Fontane
Hörspielbearbeitung: Palma
Regie: Ulrich Lauterbach
hr 1957
73’

Fünf Jahre vor dem deutsch-dänischen Krieg von 1864: Schleswig und Holstein, zwei mehr oder weniger selbständige Herzogtümer, die nach alten Verträgen »up ewig ungedeelt« bleiben sollen, sind der dänischen Krone unterstellt, könnten aber im Falle einer veränderten Erbfolge auch Preußen zugeschlagen werden.
Zu dieser Zeit lebt der charmant-lebensfrohe Graf Holk scheinbar harmonisch auf seinem holsteinischen Landgut mit seiner Gattin, der herrenhuterisch erzogenen tugendstarken Christine. Aber immer wieder geraten seine Nachsicht und ihre Selbstgerechtigkeit, ihre bibelfeste Unerbittlichkeit und seine aristokratische Gelassenheit in Konflikt. Beide Eheleute sind insgeheim froh, als der Graf seinen Pflichten am Kopenhagener Hof nachkommen soll. Dort verfällt er der Hofdame Ebba von Rosenberg und kündigt seiner Frau die Scheidung an. Ebba beendet das Verhältnis. Nach einer langen Zeit der Trennung versöhnen sich Holk und Christine wieder. Unwiederbringlich ist jedoch das Glück ihrer Ehe, wenn es dies je gegeben haben sollte: Christine stürzt sich ins Meer.
1891 erschienen, gilt dieser Roman Fontanes als sein »makellosestes Kunstwerk«. Kühl, ohne Sentimentalität und Parteinahme zeichnet er ambivalente Charaktere in ihren Zeitumständen.

Mit Paul Edwin Roth, Rosemarie Gerstenberg, Christine Schönfelder, Edith Heerdegen u.v.a.

Theodor Fontane (1819-1898), Sohn eines Apothekers und zunächst selbst Apotheker, dann Journalist, Berichterstatter aus England, Theaterkritiker der Vossischen Zeitung, dann freier Schriftsteller.