Die Venus von Ille

von Prosper Merimée
Regie: Inge Möller
Mit Elfriede Kuzmany, Gert Westphal u.a.
Produktion RB 1947
54 Min.

Ein kunstsinniger Pariser besucht den kleinen Provinzort Ille im Roussillon, um die Altertümer der Gegend kennenzulernen. Auf dem Anwesen von Monsieur de Peyrehorade wurde kürzlich eine antike Venusstatue entdeckt, die aber von der Landbevölkerung als unglücksbringend gemieden wird. Ihr streift Alphonse, der Sohn de Peyrehorades, bei einem Ballspiel den für seine Braut vorgesehenen Diamantenreif über, kann ihn aber anschließend nicht mehr abziehen, da die Statue anscheinend die Hand gekrümmt hat. In der Hochzeitsnacht stirbt der Bräutigam eines gewaltsamen Todes. Findet sein Tod eine natürliche Erklärung oder hat hier die Venusstatue mit Alphonse in tödlicher Umarmung Hochzeit gefeiert?

Prosper Merimée (1803-1870), eng befreundet mit Stendhal und zugleich Vertrauter im zweiten Kaiserreich der Kaiserin Eugénie, zählt zu den bedeutenden französischen Schriftstellern, die Themen der Romantik mit einem realistischen Erzählgestus verbinden. Mérimées 1837 verfaßte Novelle verknüpft das seit dem 12. Jahrhundert bekannte Thema der "Statuenverlobung" auf eine schauer-romantische Weise mit dem Don Juan-Motiv des "Steinernen Gastes".