Verbrannt in Polzeizelle Nr. 5

Der Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh in Dessau

von Margot Overath

Produktion: MDR/DLF 2010
Länge: ca. 55'

Am 7.1.2005 verbrannte der aus Sierra Leone stammende Oury Jalloh im Gewahrsam eines Dessauer Polizeireviers. Jalloh lag volltrunken und an Händen und Füßen gefesselt auf einer feuerfesten Matratze. Zwei Jahre später begann vor dem Landgericht Dessau-Roßlau der Prozess gegen zwei der diensthabenden Polizeibeamten. Am 8.12.2008, nach 59 Verhandlungstagen, wurden die Angeklagten freigesprochen. Das Gericht hätte "trotz intensivster Bemühungen" den Tod nicht aufklären können, so der Vorsitzende Richter Manfred Steinhoff. Er beurteilte das Aussageverhalten der Polizeibeamten mit den Worten: "Das Ganze hat mit Rechtsstaat nichts mehr zu tun."

Zwei Jahre danach, am 7.1.2010, hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf und gab den Fall dem Landgericht Magdeburg zur Neuverhandlung. Der erste Aufklärungsversuch vor dem Dessauer Landgericht war also gescheitert. Warum? Aus Angst vor der Wahrheit? Aus Rücksicht auf den Ruf der Polizei? Wegen institutionellem Rassismus, wie Menschenrechtsgruppen vermuten?

Die Autorin Margot Overath greift diesen Fall erneut auf, sie erzählt über Hintergründe und dokumentiert mit Hilfe interner Beobachter, was längst hätte bekannt sein können.