Das Verbrechen im Orientkino

nach dem gleichnamigen Roman von Javier Tomeo
aus dem spanischen von Heinrich von Berenberg

Mit: Angelica Domröse, Jürgen Holtz
Hörspielbearbeitung: Friederike Roth
Komposition: Friedhelm Schönfeld
Regie: Joachim Staritz
Produktion: SDR 1997 / 67'

Irgendwie ist auch das Liebe: Maria und Juan, Juan und Maria. Die Ex-Prostituierte, die auf der Straße gelandet ist, und der Kartenabreißer eines heruntergekommenen Vorstadtkinos. Die schnoddrige Erzählerin Maria zieht bei dem grantigen Mann ein. Zwar taugt er fürs Bett nur mäßig, aber er verspricht ihr eine Stelle im Kino. Und sie kann sich Filme ansehen, von großen Lieben, von großen Dramen – während sie versucht, sich und Juan so etwas wie ein Heim einzurichten. Sie kocht für ihn, putzt die Wohnung und wartet fast geduldig, wenn er auf Trinktour mit seinen Kollegen ist. Aber Maria lässt sich auch mal von einem Horrorfilm inspirieren. Und wenn dann der „geliebte“ Juan ihr Gespartes auf den Kopf haut, können ihm hin und wieder gewisse Dinge zustoßen. Eine Kino-Hommage an die großen Lieben und Leiden auf der Leinwand, die Schönen und Reichen der Hollywoodfilme und an die skurrilen Alltäglichkeiten aus dem Leben von Menschen, die nicht mehr ganz so viel zu verlieren haben – und trotzdem weitermachen.

Javier Tomeo, geboren 1932 in Quicena/Spanien, lebt als freier Schriftsteller in Barcelona. Er studierte Rechtswissenschaften und Kriminologie in Barcelona und arbeitete für einen internationalen Schreibmaschinenhersteller. 1967 veröffentlichte er seinen ersten Roman und gehört seither zu den meistgelesenen europäischen Autoren der Gegenwart. Tomeo wurde 1994 mit dem Premio Aragon ausgezeichnet.