Der Verbrecher

von Jim Thompson
Übersetzung aus dem Amerikanischen: Olaf Krämer
Hörspielbearbeitung und Regie: Annette Jainski
WDR 1995
54 Min.

Robert Talbert ist ein schwieriger Junge in einem schwierigen Alter. Aber hat er wirklich die Nachbarstochter vergewaltigt und erwürgt? Der Staatsanwalt bezweifelt das, die Lokalpresse ebenfalls. Der Zeitungsboss will allerdings eine heiße Story. Ein skrupelloser Reporter wird auf den Fall angesetzt. Wer sucht, der findet: Duckmäusertum, Hysterie, paranoide Beziehungsgeflechte. Alle sind Täter, jeder ist des Nächsten Opfer. Der Mord an der 16jährigen wird zum Spielball von Menschen, die ein opportunistisches Reflexverhalten zur Überlebensstragegie entwickelt haben. Die subtile Kritik an einer Gesellschaft im Kapitalismus, die Thompson 1953 formulierte, findet auch heute noch treffsicher ihr Ziel.

Mit Ulrich Faulhaber, Lisa Kreuzer, Konstantin Graudus, Peter Fricke, Angelika Bartsch, u. v. a.

Jim Thompson, (1906-1976), geboren in Oklahoma, veröffentlichte bereits als 15jähriger erste short stories. Seine Kriminalromane, von denen eine Reihe verfilmt wurden, sind zutiefst pessimistisch. Der "Mythologe des Verbrechens", wie er genannt wird, zählt zu den herausragenden Autoren der "Schwarzen Ära".