Der Verdacht

Lesung mit verteilten Rollen von Friedrich Dürrenmatt

Ton: Martin Weidmann
Regie: Manfred Mixner

Produktion: DRS Zürich/SFB-ORB/Verlag
"Steinbach Sprechende Bücher" 1999
ca. 300'

Die Nachkriegsjahre in der Schweiz. Der alte Berner Kommissar Bärlach steht kurz vor seiner Pensionierung. Wegen einer Krebserkrankung musste er sich einer Operation unterziehen und erfährt, dass er nur noch ein Jahr zu leben hat. Während er im Salemspital in Bern liegt, schöpfen er und sein Arzt Dr. Hungertobel einen schrecklichen Verdacht gegen den Chef einer Schweizer Nobelklinik: Hinter dem Biedermann Dr. Emmenberger - so vermuten die beiden - verbirgt sich der KZ-Arzt Dr. Nehle, der während der Nazizeit im KZ Stutthof hunderte von Häftlingen ohne Narkose operiert hatte. Bärlach hätte allen Grund, anderen die Prüfung dieses Falles zu überlassen und sein letztes Lebensjahr in Ruhe zu genießen, doch der Verdacht lässt ihn nicht mehr los, erhärtet sich durch seine listigen Nachforschungen und lässt ihn schließlich in eine böse Falle geraten...Der Kriminalroman "Der Verdacht", mit dem Dürrenmatt versuchte an seinen Erfolgsroman "Der Richter und sein Henker" anzuknüpfen, wurde erstmals 1951/52 in der Wochenzeitschrift "Der Schweizer Beobachter" veröffentlicht und erschien 1953 als Buch, das seither zahlreiche Wiederauflagen erlebte.

Der Kriminalroman DER VERDACHT wurde erstmals 1951/52 veröffentlicht und erschien 1953 als Buch, das seither zahlreiche Wiederauflagen erlebte. Friedrich Dürrenmatt versuchte an seinen Erfolgsroman DER RICHTER UND SEIN HENKER anzuknüpfen. Die Handlung spielt in der Schweiz, in der Nachkriegszeit. Der alte Berner Kommissär Bärlach, er stand kurz vor seiner Pensionierung, lag nach einer Krebsoperation im Krankenhaus.
Durch Zufall schöpften er und sein Arzt Dr. Hungertobel gegen den Chef einer Schweizer Nobel-Klinik einen schrecklichen Verdacht: Hinter dem Biedermann Dr. Emmenberger - so vermuten die beiden - verberge sich der KZ-Arzt Dr. Nehle, der während der Nazizeit im KZ Stutthof hunderte von Häftlingen ohne Narkose operiert hatte. Bärlach ist entschlossen, den Fall aufzuklären. Wir sind im 5. Kapitel: Bärlach ließ durch eine geheime Botschaft den im Untergrund lebenden Juden Gulliver nachts heimlich zu sich ins Krankenhaus kommen, um Informationen über den KZ-Arzt Dr. Nehle zu erhalten, die nicht in den Polizeiakten stehen.
Der Verdacht erhärtet sich durch Bärlachs listige Nachforschungen. Um den sadistischen Massenmörder überführen zu können, verlangt der mutige Alte von seinem Freund Dr.Hungertobel, dass der ihn unter falschem Namen in die Klinik Dr. Emmenbergers einweist. Zuvor will er diesem Dr. Emmenberger aber noch eine Falle stellen: er hat sich unter falschem Namen in die Klinik Dr. Emmenbergers einweisen lassen. Aber Bärlach, der Dr. Emmenberger und seine Assistentin Dr. Marlok verdeckt verhören zu können glaubt, unterschätzt seine Gegner. Wir sind im 11. Kapitel - noch weiß Bärlach nicht, welches Schicksal ihm droht, denn Dr. Emmenberger hat ihn entlarvt und ist fest entschlossen, Bärlach ohne Narkose zu operieren und ihn damit zu töten. Wir sind im 17. Kapitel. Bärlach liegt in seinem Krankenbett und wartet auf sein grausames Ende.

Mitwirkende:
Franziskus Abgottspon - Erzähler
Franz Matter - Kommissar Bärlach
Ingold Wildenauer - Gulliver
Daniel Reinhard - Dr. Hungertobel
Walter Baumgartner - Dr. Lutz
Ruedi Kaspar - Blatter
Peter Kner - Dr. Emmenberger
Isabelle Menke - Dr. Malok
Michael Gempart - Fortschig
Alice Brüngger - Schwester Kläri

Friedrich Dürrenmatt, geb. am 5. Januar 1921 in Konolfingen im Kanton Bern, gest. am 14.12.1990 in Neuchâtel, studierte in Zürich und Bern Theologie, Literatur, Philosophie und Naturwissenschaften. Der Schweizer Dramatiker, Erzähler, Essayist, Drehbuch- und Hörspielautor, erlangte Weltruhm vor allem mit seinen Theaterstücken (u. a. "Der Besuch der alten Dame", 1956; "Die Physiker",1962). Für das Hörspiel "Die Panne" erhielt er 1956 den "Hörspielpreis der Kriegsblinden", für "Abendstunde im Spätherbst" den Prix Italia 1958, 1986 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.