Das Verhör

von Sandor Marai


Regie: Fritz Schröder-Jahn
Produktion: NDR 1959
Länge: 34,45'

Am Tag der Hauptverhandlung gegen einen wegen Hochverrats angeklagten Wissenschaftler erscheint vor dem Staatsanwalt eine Zeugin, die auf seltsame Weise in den Besitz wichtiger Papiere gelangt ist. Mit ihrer Beweiskraft sucht sie den Staatsanwalt zu überreden, den Antrag auf Vertagung des Prozesses zu stellen, um so den Angeklagten zu retten. Wer sie ist, warum sie dies tut, ob sie aus Menschlichkeit, aus privaten Gründen oder als fremde Agentin handelt, das bleibt zweifelhaft. Der Dialog zwischen Staatsanwalt und Zeugin spitzt sich zu zu einem spannungsgeladenen Duell zwischen Mann und Frau, in dem es letztlich um mehr geht als um ein schwebendes Verfahren.

Martin Held, (11. November 1908 - 31. Januar 1992) gilt als einer der markantesten Theaterschauspieler seiner Zeit. Er begann u.a. in Dresden (Albert-Theater) und in Darmstadt, bevor er 1947 in Frankfurt am Main als General Harras in der deutschen Erstaufführung von Carl Zuckmayers "Des Teufels General" auf sich aufmerksam machte. 1951 holte ihn Boleslaw Barlog an die Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, wo er unter so namhaften Regisseuren wie Fritz Kortner oder Hans Lietzau spielte. Martin Held als Einsiedler Krapp in Samuel Becketts Inszenierung der deutschsprachigen Erstaufführung seines Ein-Personen-Dramas "Das letzte Band" 1969 am Schillertheater ist bis heute unvergessen. 1980 erhielt er den Bundesfilmpreis für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film. Seit 1951 stand er außerdem, oft mit Hauptrollen, bei fast allen ARD-Anstalten für Hörspielproduktionen oder Lesungen vor dem Mikrophon und nicht zuletzt verdankt ihm so manches Hörbuch seinen Erfolg.