Der Waldspaziergang

von Karl-Heinz Bölling

Komposition: Christoph Grund
Regie: Christiane Ohaus

RB/DLR Kultur 2009

Waldspaziergänger gelten an und für sich als unverdächtig. Sie suchen im und unterm Gehölz Erholung und Entspannung vom Alltag. Dazu verhilft das Einatmen von guter Luft, das Lauschen vielstimmigen Vogelgezwitschers, das Wandern auf friedvollen Wegen in besinnlicher Stille. Ein Waldspaziergang kann aber auch tödlich enden - zumal in einem Hörspiel von Karl-Heinz Bölling: Der genervte Sohn Martin streckt seinen nölenden, alten Vater Karl mit mehreren Schüssen einfach nieder. Martin wurde sein schönes, neues Auto vom Waldparkplatz gestohlen. So etwas macht Frust, miese Laune. Dass sein Auto dann doch wieder auftaucht - ganz von alleine vorfährt, gewaschen und gestaubsaugt - ist nur eine von vielen Merkwürdigkeiten in diesem Hörspiel. Auf der Spielebene aber ergeben sie einen Sinn, einen Böllingschen, und der ist gespickt mit großer Freude am Grotesken und Absurden und einer Prise Alltagskomik. So nimmt es nicht Wunder, dass der Vater am Ende der Geschichte, obwohl tödlich getroffen, zu singen beginnt: herzzerreißend, unsterblich schön.

Mit Dietmar Bär, Klaus Herm, Sabine Orléans, Katharina Matz, Rebecca Lenton, Robin Hayward, Christoph Grund

Karl-Heinz Bölling, geboren am 9.7.1947 in Dortmund-Applerbeck, lernte Klempner und Installateur. Er zählt zu den produktivsten Hörspielautoren in Deutschland. Zuletzt: „Die Eichhörnchen“ (DLR Kultur 2005), „Fritz und Willi“ (WDR 2007), „Die Wiese“ (DLR 2009).