Wenn mir die Möwe auf den Kopf scheißt, bin ich tot

von Adolf Schröder
Regie: Andrea Getto
Musik: Sabine Worthmann
Produktion: hr 2002
40 Min.

Ein zehnjähriger Junge kommt nach der Schule nicht nach Hause; seine Mutter gibt bei der Polizei eine Vermisstenmeldung auf. Der Junge versteckt sich am Ufer der Elbe in einer Höhle, dabei wird er von einem Fremden beobachtet. Dieser Mann wurde vor einigen Jahren verurteilt, weil er einen Jungen missbraucht haben soll. Eine bedrohliche Situation, die offenkundig klassische Konstellationen des Krimigenres evoziert, in den Ausdeutungen des Hamburger Autors allerdings feinfühlige Mehrdeutigkeiten offenbart und die beteiligten Personen allesamt mit ihren Unzulänglichkeiten konfrontiert.
In Adolf Schröders Hörspielen haben zumeist die Männer das Handeln an die Frauen abgegeben; selbst der kleine Junge reiht sich mit seinem kindlich-provozierenden "Wenn mir die Möwe auf den Kopf scheißt, bin ich tot" ein ins fatale Spiel mit dem Schicksal: So sind es auch in diesem Stück die Mutter des Jungen und die Frau des Verdächtigen, die versuchen, schicksalhaft scheinende Erstarrungen zu durchbrechen. Und es verwundert am Ende nicht, wenn das schlichte "Bring mich zurück" eine so einfache wie erlösende Formel zu sein verspricht.

Mit Horst Mendroch, Jele Brückner, Wolfgang Michael, Christoph Schreck, Anke Sevenich u.v.a.

Adolf Schröder, geboren 1938 in Hamburg, wo er als Autor und Taxifahrer lebt und arbeitet; schreibt neben Hörspielen auch Romane und Drehbücher. Zuletzt erschien sein Roman "Das Kartenspiel".