Wer nicht hören will, muss sterben

von Holger Siemann
Regie: Christa Kowalski
Produktion: BR 2001
Länge: ca. 54´00

Kommissar Liebmann ist mords-müde. Da ist es ein Glück, dass Karla frischen Wind in die Mordkommission bringt. Karla hat gerade die neuesten Erkenntnisse über Täter-Profiling und die Psychologie der Killer an der FBI-Schule in Quantico studiert. Und sie erhält auch sofort Gelegenheit, ihr Wissen anzuwenden. Denn mit ihrem Eintreffen beginnt eine mörderische Serie, in der alle Opfer Kampfhundbesitzer sind und der Rilke-liebende Täter mit chirurgischer Gefühlskälte zu Werke geht. Die Welt, in der die beiden ermitteln, ist voll von verrückten Menschen, die saufen, ihre Hunde gegeneinander kämpfen lassen, sich prügeln und trotzdem lieben.
Auch die Ermittler haben ihre Päckchen zu tragen: Kommissar Liebmann nennt sich eine alte feige Ostschwuchtel, Karla ist seit einem Unfall durch Brandnarben entstellt und lebt in einer autistisch-abgeschotteten Welt der Erinnerung an eine verlorene Liebe. Psycho-logische Schlussfolgerungen, Rollenspiele, Suggestion und gezielte Desinformation über die Medien sind nur einige der Mittel, mit denen Karla und ihr Chef langsam und ungeduldig Licht ins Dunkel bringen. Steinchen um Steinchen fügt sich ein Bild zusammen. Aber das Gefühl verdichtet sich, dass irgendwas ganz grundsätzlich nicht stimmt.

Holger Siemann ist 1962 geboren, in Jena aufgewachsen und lebt jetzt in Berlin-Prenzlauer Berg. Er schreibt seit 1991 Hörspiele, Filme und Theaterstücke und hat dafür zahlreiche Preise und Anerkennungen bekommen, zuletzt den Slabbesz des Internationalen Hörspieltreffens im österreichischen Rust für das Hörspiel "Der wahre Patschorke". "Wer nicht hören will, muss sterben" ist nach "Ein Wort zum Mord" sein zweites Kriminalhörspiel.