Wie der Soldat das Grammofon repariert

von Saša Stanišić

Regie: Leonhard Koppelmann
Komposition: Merima Kljuco
Bearbeitung: Leonhard Koppelmann/Saša Stanišić
Produktion: BR 2006
Länge: 79'

Aleksandar wächst als Einzelkind in Višegrad auf, einem kleinen Dorf in Bosnien. Er malt unfertige Gebäude, lernt Lexika auswendig und kann ganze Passagen aus dem Kapital aufsagen, worauf sein Großvater - ein leidenschaftlicher Marxist - besonders stolz ist. Sein größtes Talent aber ist das Geschichtenerzählen. Doch der Beginn des Bürgerkriegs 1992 ist ein Ereignis, das so brutal und unwahrscheinlich ist, dass es für andere Geschichten kaum Platz lässt.

Mal mit schlichter Ehrlichkeit aus der Sicht des Kindes, mal sprachmächtig und distanziert aus der Sicht des jungen Erwachsenen, der inzwischen mit seinen Eltern in den Westen geflohen ist, beschreibt Saša Stanišić die Erlebnisse seines Protagonisten und Alter Egos.

Seine Fantasie kann Aleksandar jedoch nur bedingt vor dem Verlust der Heimat schützen. Irgendwann will er Klarheit darüber, was sich wirklich ereignet hat, was erfunden und was verschwiegen worden ist.

Mit: Maximilian von Pufendorf, Lukas Schreiber, Ernst August Schepmann, Tina Engel, Senad Tanovic u.a.

Saša Stanišić, geb. 1978 in Višegrad (Bosnien-Herzegowina). 1992 Umzug nach Deutschland. Mit Wie der Soldat das Grammofon repariert Finalist für den Deutschen Buchpreis 2006, 2014 Preis der Leipziger Buchmesse in der Sparte Belletristik für seinen zweiten Roman Vor dem Fest. Theaterstück Go West (2008). Weiteres Hörspiel Träum! Traum. Traumata (HR 2005).