Wie einsam sind die Toten

Hörspiel in zwei Teilen
Nach dem gleichnamigen Roman von Mempo Giardinelli
Übersetzung aus dem argentinischen Spanisch: Willi Zurbrüggen
Komposition: Vridolin Enxing
Hörspielbearbeitung und Regie: Bernd Lau
Mit Christian Brückner, Angela Winkler, Ulrike Bliefert, Hans Häckermann, Werner Eichhorn, Gerlach Fiedler u.v.a.
NDR/SWF 1991
55 Min. (I), 55 Min. (II)

Der Anruf einer unbekannten Frau reißt den frisch gekündigten Journalisten José Giustozzi jäh aus seiner Alltagsmisere. Im Auftrag von Carmen, seiner großen Liebe aus vergangenen Zeiten, bittet sie ihn um Hilfe: "Ich habe Marcelo getötet". Aufgewühlt macht sich José, ein Exil-Argentinier, der sein Land verlassen mußte, auf den Weg in die mexikanische Provinz, um Carmen beizustehen und um mehr über die mysteriöse Ermordung ihres Ehemanns zu erfahren. Wie wird seine Begegnung mit Carmen sein nach all den Jahren? Doch seine Liebesträume erfüllen sich nicht. Stattdessen gerät er in einen lebensbedrohlichen Strudel aus Gewalt und politisch motivierten Verbrechen, aus Korruption und Drogenhandel.

Bernd Lau (1943-1992) war Hörspielregisseur, Hörspiel- und Drehbuchautor. 1980/81 realisierte er die "akustische Nullnummer" zu dem elfteiligen Fernsehfilm "Heimat". Für dieses Stück, das unter dem Titel "Hell genug und trotzdem stockfinster" gesendet wurde, erhielt der Autor Peter Steinbach 1982 den renommierten "Hörspielpreis der Kriegsblinden". Kurz nach Beendigung seines letzten Hörspiels "Der Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien starb Bernd Lau im Alter von 49 Jahren bei einem Autounfall. Johann M. Kamps würdigte ihn mit den Worten: "Es gelang ihm wie keinem anderen, über das Ohr Filme in den Kopf hinein zu projizieren. Seine Zuhörerschaft verdankt ihm Bilder, Vorstellungen, Phantasien, die für die Augen immer verschlossen bleiben werden."