Der Winter in Lissabon

von Antonio Munoz Molina
Übersetzung und Hörspielbearbeitung: Heidrun Adler
Musik: Michael Naura
Regie: Hans Gerd Krogmann
Produktion NDR/SDR 1993
55'

Ein Krimi, eine Liebesgeschichte, eine Hommage an den Jazz. Ein Mann, der Erzähler, sitzt in einer Bar in Madrid und glaubt, in dem Mann am Piano seinen alten Freund zu erken­nen. Einst hiess der Pianist Santiago Biralbo, jetzt nennt er sich Giacomo Dolphin. Er lebt in einem heruntergekommenen Hotel, das er nur verlässt, um sich Nacht für Nacht in dieser Bar ans Piano zu setzten. In langen nächtlichen Gesprächen und aus alten Briefen setzt sich für den Erzähler nach und nach Biralbos Geschichte zusammen. Er ist auf der Flucht, hält sich in Madrid versteckt, weil er einen Mann erschossen hat. Und er ist auf der Flucht vor Erinner­ungen an eine grosse Liebe: Lucrecia, und Erinnerungen an den Tod, in jenem Winter in Lissabon.

Erzähler: Max Volker Martens
Santiago Biralbo: Matthias Ponnier
Lucrecia: Eva Garg
Billy Swann: Christian Brückner
Toussaints Morton: Cristoph Banzer
Bruce Malcolm: Christian Redl
Portier: Gerd D. Samariter

Munoz Molina verwechselt die Welt der grossen Gesten und Gefühle nicht mit der wirklichen, noch gibt er sie dafür aus. Er schreibt über die Suggestivkraft der Mythen, über die Macht des Trivialen und auch über die Schönheit der Lüge . 1956 in Ubeda/Andalusien geboren, lebt und arbeitet Molina als freier Autor in Granada. Er gehört zu den jüngeren, spanischen Autoren, die sich vom Trauma der Franco-Diktatur emanzipiert haben.