Der Winter in Lissabon

von Antonio Munoz Molina
Aus dem Spanischen von Heidrun Adler

Regie: Hans Gerd Krogmann
Bearbeitung: Heidrun Adler
Produktion: NDR/SDR 1993
Länge: 55'

Ein Krimi, eine Liebesgeschichte, ein "film noir", eine Hommage an den Jazz: Der Erzähler sitzt in einer Bar in Madrid und glaubt, in dem Mann am Klavier einen alten Freund zu erkennen. Einst hieß der Pianist Biralbo, jetzt nennt er sich Giacomo Dolphin. In alkoholdurchtränkten Nächten erzählt Biralbo die Geschichte seiner Flucht: erst - von Hotelzimmer zu Hotelzimmer - vor einem brutalen eifersüchtigen Ehemann, dann vor einem Verbrechen, das er in Lissabon begangen hat, aber vor allem vor den Erinnerungen an diese eine Frau, die alles ausgelöst hat, seine große Liebe: die geheimnisvolle Lucrecia.

Mit: Max Volkert Martens, Matthias Ponnier, Eva Garg, Christian Brückner, Christoph Bantzer, Christian Redl, Gerd Samariter

Antonio Munoz Molina wurde 1956 in Ubeda/Andalusien geboren und gehörte bereits mit 40 Jahren zu den bedeutendsten spanischen Autoren der Gegenwart. Auch wenn er sich selbst als einen "Stadtrobinson" bezeichnete, einen Einzelgänger, beleuchten seine subtil gebauten Erzählungen und Romane stets auch die Narben, die die faschistische Franco-Diktatur in der Gesellschaft hinterlassen hat. Gerne erzählt Molina seine Geschichten in Form eines Kriminalromans, der in Spanien traditionell ein viel höheres Ansehen genießt als bei uns. Zuletzt auf deutsch erschien sein Roman "Die Nacht der Erinnerungen" (2011). "El invierno en Lisboa" / "Der Winter in Lissabon" erschien 1987 und erhielt den spanischen Staatspreis für Literatur.