Wir

von Jewgeni Samjatin

Regie: Wolf Euba
Komposition: Peter Weiner
Bearbeitung: Helmut Swoboda
Produktion: BR 1985
Länge: 77'

Wir, erstmals veröffentlicht 1924, gilt als Vorläufer der dystopischen Romane Brave New World (1932) von Aldous Huxley und 1984 (1949) von George Orwell. Samjatin beschreibt eine Gesellschaft, in der der „Einzige Staat“ das Leben seiner Bewohner nach einheitlichen, rationalen Regeln reguliert. Eine gläserne Welt, in der allen Menschen Nummern anstelle von individuellen Namen zugeordnet werden.

D-503, Konstrukteur eines Raketenflugzeugs, trifft vor seinem ersten Testflug auf die junge rebellische I-330 und verliebt sich in sie. I-330 zeigt ihm die Welt jenseits der gläsernen Städte, wo sich der Widerstand gegen das bestehende System sammelt.

Herrscht bei Orwell die Macht um der Macht willen und dient der totale Terror ausnahmslos der totalen Machtgier der hohen Parteifunktionäre, so ist Samjatins Gesellschaftssystem eher die logische Konsequenz technokratischen Denkens als Auswuchs einer gleichmacherischen Ideologie.

Geduldet, aber angefeindet lebte Samjatin in der Sowjetunion, bis er 1931 die Erlaubnis erhielt, nach Paris ins Exil zu gehen, wo er 1937 im Alter von 53 Jahren starb. In der Sowjetunion erschien Wir erst 1988 in einer vollständigen russischen Fassung.

Mit: Rita Russek, Eva Astor, Renate Grosser, Vadim Glowna, Thomas Reiner, Leo Bardischewski, Klaus Abramowsky u.a.

Jewgeni Iwanowitsch Samjatin, geb. 1884 in Lebedjan, gest. 1937 in Paris, Revolutionär und Schriftsteller. Weitere Werke u.a. Die Geißel Gottes: Attila (1965), Wie der Mönch Erasmus geheilet ward (1986).