WIR SIND NICHT DA, UM EINFACH WIEDER ZU VERSCHWINDEN

von OLIVIA ROSENTHAL

Regie: ALEXANDER SCHUHMACHER
Produktion: SR 2011
Länge: ca. 60'

„Am 6. Juli 2004 streckte Monsieur T. seine Frau mit fünf Messerstichen nieder. Danach verließ er das Haus und flüchtete in den Nachbargarten, wo er schließlich von der Polizei angetroffen wurde. Als man Monsieur T. bei der Vernehmung nach seinen Motiven befragte, war er nicht imstande, darauf zu antworten. Er schien den ihm zur Last gelegten Tatbestand nicht zu begreifen und erinnerte sich nicht, dass er versucht hatte, seine Frau umzubringen.
Wie heißen Sie?
Ich doch nicht.
Wie lautet Ihr Vorname?
Der gehört mir nicht.“

Monsieur T. ist an Alzheimer erkrankt. Olivia Rosenthal erzählt seine Geschichte, aber auch die ihm nahestehender Menschen. Eindrucksvoll, welche Worte sie findet für einen Zustand, in dem die Wörter Position und Bedeutung wechseln, um irgendwann ganz verloren zu gehen.

Olivia Rosenthal, geboren 1965 in Paris, lebt dort als Universitätsdozentin. Erzählungen, Theaterstücke, 2007 u.a. „Prix Wepler“ für den Roman „On n’est pas là pour disparaître“, den sie selbst fürs Hörspiel adaptierte. 2009 „Candide Preis“ (zusammen mit Volker Braun).