Wismutspiel - Szenen aus dem Roman Rummelplatz

von Werner Bräunig

Regie: Gabriele Bigott
Produktion: RBB und WDR 2009
Länge: 54'

Sie sind auf der Suche nach einer möglichen Zukunft, die jungen Protagonisten des Romans. "Sie haben das Ende erlebt und keinen Anfang." Gerade erst haben sich die Hakenkreuze klammheimlich aus den Fahnen gestohlen, noch haben sie das Horst-Wessel-Lied im Ohr, da sind sie in eine "neue Zeit" geworfen, von der sie nicht wissen, ob es ihre sein kann. "Man müsste alles ganz anders machen", das wissen sie. Keiner weiß wie. Ihre Geschichte ist es, die im Zentrum des Hörspiels steht, dargestellt von Schauspielstudenten, so jung wie sie damals. Ungeschönt erzählt Werner Bräunig vom Versuch eines Neuanfangs der Arbeiter im Uran-Abbaubetrieb Wismut AG. Ein Vorabdruck aus dem Roman "Rummelplatz" wurde von der SED 1965 heftig kritisiert. Der Roman ist in der DDR nie erschienen.

Werner Bräunig, geboren 1934 in Chemnitz, galt zunächst als große Hoffnung der jungen DDR-Literatur. 1959 verfasste er für die 1. Bitterfelder Konferenz den berühmten Aufruf "Greif zur Feder, Kumpel". Vom Konflikt um seinen Roman "Rummelplatz" erholte er sich literarisch nicht. Er starb 42-jährig 1976 in Halle.