Die Wolfshaut

von Hans Lebert

Regie: Robert Matejka
Bearbeitung: Helmut Peschina
Musik: Max Nagel
Produktion: NDR/DLR Berlin/ORF 2004
Länge: 85'

Schweigen, ein entlegenes, in Regen, Jauche und den Geruch des Todes getränktes Dorf im November. Ein Matrose, der nach Jahrzehnten dorthin zurückgekehrt ist. Ein toter Vater, eine stillgelegte Ziegelei, Wege, die in den Wald führen. Ein Fotograf, ein Gasthof und eine dem Vergessen ver- schworene Gemeinde. Ein Fluch liegt über dem Ort. Die Toten schweigen, und wenn die Lebenden endlich anfangen zu sprechen, müssen sie sterben. Wer ist der Mörder? Der Matrose sucht das Rätsel zu lösen. Er tastet sich in die Vergangenheit zurück und läuft Gefahr, selbst das nächste Opfer zu werden.

Verdrängung und Schuld in einer österreichischen Dorfgemeinschaft nach dem Krieg sind Thema von Hans Leberts 1960 veröffentlichtem Roman, ein sprachlich kühnes Meisterwerk der österreichischen Literatur in der Tradition von Kafka, Musil und Broch.

Mit: Peter Matic,Lämmert u.v.a. Michael König, Ernst Konarek, Götz Kauffmann,Jaschka

Hans Lebert, 1919 in Wien geboren, Neffe Alban Bergs, Opernsänger, Maler und Schriftsteller. Entzog sich 1941, wegen Wehrkraftzersetzung angeklagt, der Einberufung. Lebte seit 1956 in Baden bei Wien, wo er in Zurückgezogenheit seiner schriftstellerischen Tätigkeit nachging. Sein Roman "Die Wolfshaut" brachte Lebert den Durchbruch als Autor, doch negative Kritik an seinem nächsten Buch "Feuerkreis" und der Tod seiner Frau Anette führten zum völligen Rückzug Leberts aus dem literarischen Leben. Erst die Neuauflage von "Die Wolfshaut" im Jahr 1991, von Elfriede Jelinek als "eines der größten Leseerlebnisse ihres Lebens"" und "erster radikal moderner Roman der österreichischen Nachkriegsliteratur"" eingestuft, wurde ein großer Erfolg, der Lebert in seinen letzten Lebens- jahren noch entsprechende Würdigungen zuteil werden ließ. 1992 wurde er mit dem Grillparzer-Preis geehrt. Er starb 1993 in Baden bei Wien.