Wolfsspiel - Goldzeit

von Stephan Kaske
Ton: Gerhard Wieser
Komposition: Vridolin Enxing
Regie: Holger Rink
Produktion: SFB/RB/ORF 1989
58'

„Machen Sie auf jeden Fall beim Goldspiel mit; die ersten Tausend bekommen Traumjobs, und auch die nächsten Zehntausend kommen fein unter. So ein Marker kostet ja nicht einmal soviel wie eine Flasche Cognac. Sie bekommen ihn in jedem Supermarkt. Selbstverständlich ist jeder Sozialhilfeempfänger berechtigt, einen Marker zu erwerben. Im Gegensatz zu einer Flasche Cognac.“ sagt der Amtmann zur arbeitslosen Viktoria Lessing in diesem Stück über eine Gesellschaft (der Zukunft) mit verschärften sozio-ökonomischen Verhältnissen.
Ein Gongschlag kündigt an, dass der Staat wieder eines seiner Spiele organisiert: nach dem vorgegebenen Thema hat jeder die Möglichkeit, durch Geschick und Fähigkeit Gegenstände zu markieren, die so echt wie möglich mit dem Thema in Zusammenhang zu bringen sind - und nur der präzise Spieler kann erfolgreich sein, nur er kann das 'Goldspiel' und damit ein Leben in Wohlstand gewinnen. Diesmal lautet das Thema: "Wolfsspiel - die Wölfe sind los". Jeder hat die Chance, zu gewinnen. Wer ist nun wirklich Mensch und wer ist wirklich Wolf? Die staatlich unterstützte, ja geförderte Massenhysterie bricht voll aus...

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