Woyzeck

von Georg Büchner

Regie: Martin Flörchinger
Bearbeiter: Hans Speick
Komponist: Hans-Dieter Hosalla
Produktion: Rundfunk der DDR 1959
Dauer: 57'25

Der einfache Soldat Franz Woyzeck, der seine Freundin Marie und das gemeinsame uneheliche Kind finanziell zu unterstützen versucht, arbeitet neben dem regulären Dienst als Laufbursche für seinen Hauptmann. Um sich einen zusätzlichen Verdienst zu seinem mageren Sold, den er restlos an Marie abgibt, zu sichern, lässt er sich ausserdem von einem skrupellosen Arzt zu Versuchszwecken auf Erbsendiät setzen. Hauptmann und Arzt nutzen Woyzeck nicht nur physisch und psychisch aus, sondern demütigen ihn obendrein in aller Öffentlichkeit.Als Marie heimlich eine Affäre mit einem Tambourmajor beginnt und Woyzecks aufkeimender Verdacht sich bestätigt, nachdem er Marie im Wirtshaus beim Tanz mit dem Nebenbuhler beobachtet hat, glaubt er, innere Stimmen zu hören, die ihm befehlen, die treulose Marie umzubringen. Weil sein Geld für den Kauf einer Pistole nicht ausreicht, besorgt er sich ein Messer, führt Marie auf einem abendlichen Spaziergang in den nahegelegenen Wald und ersticht sie dort am Ufer eines Sees.Büchners Kampf um soziale Gerechtigkeit prägte nicht nur seiner Dichtung, sondern sein ganzes Leben. Besonders im "Woyzeck" zeichnet er das Schicksal eines Menschen nach, der zum "Arbeitstier" erniedrigt wird. Zum ersten Mal in der deutschen Theaterdichtung betritt ein Plebejer als Hauptfigur die Bühne.

Mitwirkende:
Ekkehard Schall - Woyzeck
Ursula Braun - Marie
Wolf Kaiser - Tambourmajor
Josef van Santen - Hauptmann
Herwart Grosse - Doktor
Manfred Borges - Andres
Ingo Osterloh - Marktschreier
Fritz Links - Jude
Maria Wendt - eine alte Frau
Elsa Grube-Deister - N. N.
Ostara Körner - N. N.
Erich Brauer - N. N.
Gerhard Friedrich - N. N.
Paul Streckfuß - N. N.
Otto-Erich Edenharter - N. N.

Georg Büchner wurde am 17.10.1813 in Goddelau bei Darmstadt geboren. Er studierte Medizin, Naturwissenschaften, Geschichte und Philosophie. In Gießen schloss er sich der radikalen Freiheitsbewegung an und gründete 1834 die "Gesellschaft für Menschenrechte", um die reaktionären Verhältnisse in Hessen zu ändern. 1835 floh er wegen seiner politischen Flugschrift "Der Hessische Landbote". Georg Büchner starb am 19.02.1837 in Zürich an Typhus.