Zorro - Der Fluch von Capistrano

von Johnston McCulley
Aus dem Amerikanischen von Carsten Mayer

Regie: Peter Michel Ladiges
Komposition: Anatol Regnier
Bearbeitung: Peter Michel Ladiges und Helmut Peschina
Produktion: BR 1999
Länge: 54'

Zorro, der romantischste Draufgänger aller Zeiten - für seine Feinde der Schrecken der Landstraße, für seine Freunde ein Ritter der Freiheit und Gerechtigkeit.

Als Johnston McCulley (1883-1959) im Sommer 1919 Zorro, den Mann mit der schwarzen Maske erfand, ahnte er nicht, dass er eine der populärsten Abenteuerfiguren des 20. Jahrhunderts geschaffen hatte. Der Fluch des Capistrano hieß die erste, in einer Wochenzeitschrift abgedruckte Geschichte, die Zorro berühmt machte. Später wurde sie unter dem Titel Das Zeichen von Zorro auch als Buch veröffentlicht. Seit damals galoppiert der Rächer der Schutzlosen und Entrechteten durch ungezählte Romane, Fortsetzungsgeschichten, Kinofilme und Fernsehserien. Aber nicht nur Zorros Tollkühnheit, seine überragende Fechtkunst und sein edler Gerechtigkeitssinn beflügelten die Phantasie des Publikums. Genauso wie bei Baroness Orczys The Scarlet Pimpernel (ein Vorgänger) oder Bob Kanes Batman (ein Nachfahre) macht das Geheimnis um Zorros doppelte Identität die eigentliche Faszination aus. Denn rätselhafter noch als der in Mantel und Maske gewandete Zorro ist die Person, die sich hinter ihm verbirgt: ein oberflächlicher, reicher Erbe, elegant und snobistisch. Ein Mann, der lieber über Lyrik debattiert, statt sich zu duellieren und der jede Anstrengung scheut. Keine Tarnung könnte perfekter sein.

Sein Erfolg mit Zorro - der Fluch von Capistrano bescherte Johnston McCulley, dem ehemaligen Reporter aus Illinois, eine kometenhafte Karriere als Verfasser von Theaterstücken, Romanen und Drehbüchern. Aber der "Fuchs" blieb für ihn bis zu seinem Lebensende ein unerschöpfliches Thema: Zwischen 1919 und 1959 veröffentlichte McCulley 65 Zorro-Stories.

Wie Geschmack und gesellschaftliche Werte einem steten Wandel unterworfen sind, so hat sich auch Zorro im Lauf der Zeit verändert. Das spiegeln die zahlreichen Verfilmungen wider. The Mark of Zorro, Fred Niblos Stummfilm von 1920, in dem Douglas Fairbanks die Hauptrolle spielte, war eine reine Abenteuer-Komödie. Rouben Mamoulians Remake von 1940 mit Tyrone Power als El Zorro kam als glanzvolles Melodram auf die Leinwand. Ob in späteren Verfilmungen mehr das Western-Ambiente, das Doppelgängermotiv oder die Liebesgeschichte betont wurde - das Publikum liebte den maskierten Desperado in jedem Genre.

Mit: Matthias Ponnier, Ulrich Noethen, Steffen Wink, Mogens von Gadow, Ingeborg Schöner, Muriel Baumeister, Michael Maertens, Jochen Striebeck, Gunnar-Sebastian Blume u.a.

Johnston McCulley (1883-1958), US-amerikanischer Schriftsteller. Zahlreiche Veröffentlichungen seiner Erzählungen unter Pseudonym in Pulp-Magazinen. Erzählungen u.a. The stolen story (1919), Crutch Brigade (1944). Romane u.a. The cruse of Capistrano (1919), The spider strains (1919), Zorro hurts a Jackal (1933).